Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band sechstes Heft
- Article
- Einige Worte und Bemerkungen, in Betreff der neuesten Verhandlungen in der sächsischen zweiten Kammer über die Verhältnisse der Juden im Königreiche Sachsen
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 374 (sequence 10)
- Language
- German
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374 Von der betrübenden Erscheinung unangenehm überrascht, daß man nämlich nach Verlauf mehrerer Jahrzehnte leider aus der alten judenfeindlichen Rüstkammer die verrosteten Waffen wieder hervorgeholt und Gründe gegen die Juden anführt, die man als langst widerlegt und verschwunden betrachten konnte, vermögen wir nur die fraglichen jüdischen Bittsteller mit der schönen. Hoffnung und der gewiß sichern Aussicht zu trösten, daß, bei dem allgemeinen Fortschritte der Aufklärung, doch auch ohne Zweifel in dem intelligenten Sachsen, wo schon seit früher Zeit-und fortwährend anderweitig desGuten und für die Menschheit Nützlichen so viel geschehen ist und geschieht, auch besonders, wie immer, von Oben herab liebevoll bewirkt, für vie-dortigen jüdischen getreuen Unterthanen, durch Aufhebung der Beschränkungen, eine bessere Zeit kommen wird. Indem wir nun schließlich den edlen Menschenfreunden, die sich in der zweiten sächsischen Kammer so human der Bedrängten angenommen, herzlich dankend und unsern Gegnern, ob ihrer geäußerten Gesinnungen gegen die Juden, aufrichtig verzeihend, im Geiste unsere Hand liebevoll reichen, wollen wir hier noch folgende innige Wünsche hinzufügem . Mögen nämlich unsere künftigen Mittheilungen der Resultate ähnlicher Verhandlungen Erfreulicheres enthalten können, und möge von nun an überhaupt, eingedenk der herrlichen ' Worte (Meleachi, K.2. V. 10.): „Haben wir nicht Alle Einen Vater, schuf uns. nicht Alle Ein Gott, warum soll Bruder gegen Bruder untreu sein?" und (Apostelgesch. K. 10. V.34u. 35.):- „daß Gott die Person nicht ansiehtsondern in allerlei Volk wer ihn fürchtet und recht thut, ihm angenehm ist," jeglicher Groll und. jegliche Anfeindung und Glaubensstreitigkeit unter den Menschen immer mehr schwinden; mögen brüderliche Liebe, Einigkeit und Frieden unter ihnen herrschen und fortan liebreich .sie sich einander beistehen und unterstützen, ohne erst dabei ängstlich nach dem Glauben des Andern zu forschen; mögen be> sonders auch diejenigen, welche Einsicht und Beruf dazu haben,