Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band fünftes Heft
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 324 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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wo Eisendahnen und Dampfwagen das' Landvolk der Hauptstadt zuführen, um Theil an diesem Feste zu' nehmen; die rafsmirte Zivilisation des neunzehnten Jahrhunderts bietet ihre Maschinen dar, um die Barbarei des vierzehnten im Triumphe einherzuführen. Wer e i n Feuerwerk gesehen, der hat alle ,andern gesehen, und wer die Geschichte einer Judenverfolgung gelesen, der hat. alle gelesen. Die berühmte (?). Juden- Auwtafe' in Brüssel sieht .dem neulichen in Damaskus wie ein Haar dem andern ähnlich. Aus der Katharlnen-Kap.elle ist ein Eiboriüm mit geweihten Hostien.verschwunden, als. in neuester Zeit der PaterThomas. . Die Juden trafbec Verdacht. Wirklich eines Tages kam ein altes Weib, welches das Gefäß mit den Hostien brachte und , erklärte , sie habe es von den Juden empfangenwelche es ihr gegeben, um es zu ihren Glaubensgenossen nach Eöln zu . bringen. Dieses Weib. hieß Katharina und. war früher eine Jüdin, -die, nachdem sie wegen schlechten .Lebenswandels aus de r Gemeinde - per-' jagt w o r de n , ssich taufenließ. Auf die-Aussage, dieses Weibes wurden, alle Juden sogleich in den Kerker geworfen, damir keiner entfliehen könne. Hierauf wurden die Juden .sämmt- Lich auf die Folter, gespannt- und dann allesammr verbrannt u. s. w?) , . Aber so allmächtig und unaufhaltsam ist der -Schritt der Zeit, daß in Mitte dieses Volks, welches bie gTandekermesse fröhlich feiert, dis Juden (wie jetzt.in andern katholischen Ländern) froh und glücklich, im vollsten Genüsse aller bürgerlichen und politischen Gleichheit leben, und was noch mehr als .dieses Alles ist, der Gleichheit mit ungeschmälertem Vertrauen genießen, und dieses Vertrauens sich auch würdig zeigen. Der Vorwurf, den man den Juden macht, daß der Handelsgeist bei ihnen vorherrsche, verschwindet in Belgien , wo die ganze Nation ihn *) In der ״Eleganten^ las man erst noch kürzlich tadelnd aus Mecklenburg: Xuf dem, in ziemlicher Entfernung von Sternberg llegenden Judenberge, also genannt, weil daselbst im Jahre IW sieben und zwanzig ansässige Juden lebendig verbrannt wurden, wovon, einer oder der andere geweihte Hostien mit Pfriemen durchbohrt haben soll, wird noch immer der Mecklenburgische Landtag würdig, eröffnet lind emgeweiht, und die. Stände hatten streng auf ihr altes Recht, daß es, abwechselnd mit Malchin, jedesmal noch so geschehen muK, nach alter, guter Sittel; .,D. H.