Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band viertes Heft
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 254 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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254 Herrn, so weit es no ch beste ht, wird aufgehoben u. s. w." Nach diesen ersten, wenn auch ganz unvollständigen, Berbesserungsschritten ist nun für die Folge Besseres zu erwarten, da die Israeliten doch nun nicht mehr Schutzjuden sind, sondern als Bürger anerkannt werden. *) Der Golem und hie Ehebrecherin. Eine Prager Legende**) Was lauft der Bote hin und her, Was deutet wohl sein Schrei'n? Die Zeit des Betens ist nicht mehr, Was Andres muß es sein! — *) Mit den Verhandlungen über diesen Gegenstand in den hannöverischen Kammern, die ohnedies in den Zeitungen, besonders in der Leipziger Allgemeinen Zeitung, gar sehr ausführlich mitgetheilt wurden, wollen wir die Leser unserer Zeitschrift um so mehr verschonen, als diese Kammererörterungen zu traurigen Betrachtungen Anlaß geben. Bei so mancher Menschen - und judenfeindlichen Aeußerung einzelner Kammermitglieder fragt man sich erstaunend: Wohnen denn diese Männer wirklich in Deutschland und in dem civilisirten Hannover? — Wissen sie denn auch nicht, daß ihre abgedroschenen Zweifel, Fragen und Aeußerungen schon bis zum Ueberdrusse langst erörtert, widerlegt, und zwar auch praktisch widerlegt sind; daß z. B. auch in dem ihnen nahen Preußen die Juden seit dreißig Jahren gleiche bürgerliche Rechte mit den Christen genießen, und man also besonders dort solche für die Juden nachtheilige Besorgnisse verschiedener hannoverscher Kammermitglieder nur lächerlich finden mußte? Mußten sie denn nicht schon durch dieses Beispiel allein, so wie durch das anderer, nicht bloß ferner, sondern deutscher Länder sich widerlegt finden? Doch genug über diesen fatalen Punkt, und statten wir lieber der königlich hannoverischen Negierung unfern Dank dafür ab, daß sie die Verbesserung des traurigen Zustandes ihrer israelitischen Unterthanen begonnen hat. **) Bekanntlich existiren in der Prager Jsraelitengemeinde viele Sagen und Legenden, die besonders von der Zeit herrühren, in welcher der sogenannte „hoche" Rabbi Lob (aus Hoch) dort lebte, von welchem viele Wunderdinge erzählt wurden, die als Sagen noch immer im Volke fortteben/ So soll denn dieser bekannte Kabbalist auch einen Golem (eine aus Lehm geformte männliche Figur) besessen haben, der ihm, nachdem er einige kabbalistische Charaktere und Worte in sein Inneres gelegt, auf sein Befragen Geheimnisse entdeckt habe. Bloß am Sabbath soll dieser Golem von ihm nicht benutzt und vielmehr mit Fragen verschont worden sein. D, H.