Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band drittes Heft
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 206 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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206 Auch von Berliner christlichen Einwohnern wird dieses merkwürdige israelitische Heiligthum häufig besucht. Man erblickt daselbst auch unter den Grabmalern die Israel Jacobson's (diese dortige Inschrift sollte aber Jacob Israel Jacobson heißen, da der Name dieses Verewigten nicht Israel — so hieß sein Vater —, sondern Jacob war), Lazarus Bendavid's, David Fried (and er's und anderer rühmlich bekannter Personen. Nekrologe. In Warschaus starb vor einigen Jahren der Rabbiner Hr. Salomon Lip sch itz, 75 Jahre alt. Bei der Nachricht von seinem Tode schlossen sämmtliche jüdische Kaufleute ihre Laden und gegen 20,000 Personen geleiteten denselben zur Ruhestätte. (Wiener Allgem. Theaterzeit.) Breslau. Am 9. März 1841 fand das feierliche Leichenbegängniß des jüdischen Studenten der Medizin, Gott hilf aus Elbing, Statt. Die Studirenden aller Konfessionen hatten sich vereinigt, ihrem Comilitonen in ausgezeichneter Art die letzte Ehre zu erweisen. Zwei Musikchöre begleiteten den Leichenwagen, welchem ein langer Zug von Studenten folgte. Herr Dr. Geiger (zweiter Rabbiner) hielt am Grabe eine ausgezeichnete Rede, welche einen großen Eindruck hervorbrachte. (Verl. Vossische Zeit.) Am 25. Sept. 1841 starb in Berlin der, wegen seiner ungewöhnlichen Spcachkenntniß und seines biedern Charakters allgemein gekannte und geschätzte Privatgelehrte Abraham Basch, in einem Alter von kaum 42 Jahren. Obwohl er keine öffentliche Stelle bekleidete, und seine fast beispiellose Bescheidenheit ihn von der Veröffentlichung seiner kritischen Forschungen über Bibel und Talmud zurückhielt, war sein Name fast allen Notabilitaten im Bereiche orientalischer Sprachkunde auf das Vortheilhafteste bekannt. Er verstand neun Sprachen , und besaß, unter Anderm, in der Anfertigung hebräischer Gedichte eine solche Gewandtheit, daß'er hierin vielleicht von Niemand übertroffen wurde. Neben diesen philologischen Kenntnissen fand sein Geist im Schachspiele eine Erholung; die ersten Schachspieler Berlins haben oft seine Taktik bewundert, und zählten ihn zu den ausgezeichnetsten Spielern. (Leipz. Zeit.)