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Sulamith · 1834-01-01 · Achter Jahrgang zweiter Band drittes Heft · p. Seite 196

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Achter Jahrgang (1834-1843)
Issue
Achter Jahrgang zweiter Band drittes Heft
Article
[Nachricht]
Date
1834-01-01
Page
Seite 196 (sequence 2)
Language
German
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196 best, wirst Du sicherlich gehangen werden."" Se cchi stand unter diesen Umständen natürlich von seiner Forderung ab." ■ „Die Juden haben (früher) eine Art Schriftsprache unter sich eingeführt," heißt es in der Wiener Allgemeinen Theaterzeitung, „die sie bei uns „„Jüdisch-Deutsch,"" nämlich mit hebräischen Schristzeichen. geschriebenes Hochdeutsch, nennen, und sie lassen sogar den Kindern in den Schulen hierin Unterricht geben. *) Also eine Art Hieroglyphen (?) mit orientalischen Schriftzeichen eine europäische Sprache zu schreiben. Ein berühmter französischer Akademiker, Volney, hat (dagegen vor zwölf Jahren eine stark prämirte Preisfrage gestiftet, wie man Griechisch, Hebräisch u. ft w. mit europäischen Schriftzü- . gen schreiben könne. **) Eine Frage, die nach dem Urtheile der Philologen ganz unnütz erscheintz 'sie. ist' noch nicht genügend beantwortet worden. Merkwürdig ist es, daß die Juden nie Jüdisch-Englisch oder Jüdisch-Französisch schreiben, sondern in beiden Ländern in der Landessprache oder rein hebräische Briefe wechsele***) In Polen und Ungarn verstehen alle Juden Deutsch und schreiben Jüdisch - Deutsch; vermuthlich deshalb , weil die deutsche Sprache so gelesen wird ,' wie man sie schreibt, und nicht mit einer Menge unnöthiger Buchstaben verunstaltet ist. Dieses'Jüdisch-Deutsch kommt nunmehr auch in Polen aus der Mode, da die Kinder jetzt im Schreiben mit europäischen- Schriftzeichen unterrichtet werden." *) Obgleich diese Schreibart unter den deutschen Juden nun fast ganz außer Gebrauch kommt, so ist dieser Unterricht in den jüdischen Schulen doch noch keineswegs überflüssig, indem es noch alte Leute giebt, die, therls weil sie es nicht anders können, theils aus Gewohnheit, und endlich, weil diese hebräischen Schristzeichen in den Briefen weit weniger Raum einnehmen als die deutschen, sich noch dieser Schreibart bedienen, auch im Geschäftsleben, besonders in den Messen, und vorzüglich bei polnischen Juden, solche Schrift noch oft vorkowmt. **) Dies wäre im Hebräischen nicht schwer, wiewohl oft etwas umständlich, z. B. „Breschitchara " u. a> m. Wer indeß Hebräisch versteht, versteht auch die hebräische Schrift zu lesen, und wer es nicht versteht, versteht es auch mit europäischen Schristzeichen nicht. ***) Das mag wohl heutigen Tages der Fall sein, doch hat bekanntlich z. B. schon der alte Kommentator Raschi (Jar chi), welcher in Frankreich übte, in seinen hebräischen Kommentaren sehr oft zur deuttichern Erklärung Wörter und ganze Sätze in französischer Sprache mit hebräischen Lettern beigefügt.

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