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Sulamith · 1834-01-01 · Achter Jahrgang zweiter Band zweites Heft · p. Seite 144

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Achter Jahrgang (1834-1843)
Issue
Achter Jahrgang zweiter Band zweites Heft
Article
Breslau [Nachricht]
Date
1834-01-01
Page
Seite 144 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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144 larr's, so hat auch bis schlesische Ritterschaft •;feinen Unterschied zwischen Christen und Juden gemacht. Bei dem von derselben v ranstalteten glanzenden Balle waren die jüdischen Rittergutsbesitzer nicht anders als die höchsten Adelsfamilien betheiligt: sie erschienen in der ihnen zustehenden Stande-Uniform und führten die ihnen am. nächsten verwandten Damen (Frauen, Töchter und Schwestern) ein.; So waren denn die Juden bis in die höchsten Sphären der bürgerlichen Gesellschaft hinaus vollständig in die Gesammtheit ausgenommen und für die engherzige zünftige Unduldsamkeit der Kaufmannschaft bereits Hinlänglich entschädigt, als ihnen noch vom Könige selbst eine Gnade zu Theil wurde, die ihnen den Becher der Freude bis zum Ueberströmen füllte. Die jüdischen Gemeinden der Provinz Schlesien, über 60 an der Zahl, mit mehr als 50,000 Seelen, hatten nämlich in dankbarer Erinnerung an die Segnungen, welche ihnen unter dem preußischen Scepter entsprossen, ihrem Landesvater zur Säcularfeier Schlesiens den Ausdruck ihres besondern Dankes darzubringen. Sie bevollmächtigten nach den drei Regierungsbezirken der Provinz und zugleich nach der oben, erwähnten Doppelten Geltung der jüdischen Gemeinden in Preußen drei Deputate:, und zwar zwei Gemeindevorsteher und einen Rabbiner, eine Dankadresse an den König zu richten. Auf die hierzu nachgesuchte Allerhöchste Erlaubnis ordnete der König an, daß die gedachten drei Deputirten sowohl am Empfang I. I. M. M. .als auch an der bald darauf gehaltenen großen Cour auf dem königlichen Schlosse Theil nehmen sollten. So sahen sich die Juden in ihren Deputirten zum ersten Male zu einer Auszeichnung gelangt, die ihnen deutlicher, als irgend ein geschriebenes Gesetz es vermöchte, ihre nicht mehr ferne völlige bürgerliche Gleichstellung verkündete. Auch findet diese Hoffnung in den huldvollen Aeußerungen des Königs gegen die Deputirten (siehe oben. Seite 139) ihre schönste Begründung. Denn was allein noch den preußischen Juden zur völligen Gleichstellung fehlt, die Zulassung zu Staatsamtern und die besondere Ueberwachung ihrer kirchlichen Verhältnisse von Seiten des Staates: Beides hat der König in den gnädigsten Ausdrücken in nahe Aussicht gestellt. Die erwähntem Deputirten wurden auch dem Prinzen von Preußen vorgestellt und vernahmen auch aus dem Munde dieses erhabenen Erben der Tugenden der Hohen- Zollern dm Ausdruck der wärmsten Theclnahme an dem socialen und kirchlichen Fortschritte der jüdischen Unterthanen Preußens. (Leipz. Allg. Zeitung.) : ב•■.■:.__-

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