Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band erstes Heft
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 64 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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bei seinem Eintritte in die Hauptkirche einer Stadt zu seinem Erstaunen eine Arie aus einer von ihm komponirten Oper mit untergelegtem lateinischen Texte singen hörte und dabei halb ärgerlich, halb lachend über den sonderbaren Mißgriff, in die Worte ausbrach.: „Lieber Gott! vergieb mir's, aber für dich habe ich sie nicht gemacht," so muß man sich wohl der Zeit erinnern, in welcher man noch in den Synagogen nicht selten solche, nunmehr in der Christenheit seit langer Zeit wohl nicht mehr vorkömmenden Mißbrauche wahrgenommen und Melodien und Liebesgesange aus Opern zu den heiligsten hebräischen Gebeten von den Kantoren ohne Auswahl benutzt wurden. Wir hoffen, daß dieser Unfug in den meisten deutschen Synagogen bereits immer mehr verschwunden ist, und da wo er noch Statt findet, nach und nach durch die Thatigkeit gebildeter Gemeindevorstande immer mehr verhindert werden wird. - „Der Berg Sinai. Es ist fast sprichwörtlich geworden, daß man die Frage, wie hoch derselbe ist, nicht beantworten könne. Jetzt aber gilt das Sprichwort nicht mehr, denn wir kennen nun ganz genau „ di< Höhe des heiligen Berges, von dem die Gesetze ausgingen, welche die moralischen Bande der ganzen Welt bilden, und auf dem sich dieNatwr in einer erhabenen Größe entfaltet, eines heiligsten Ortes wahrhaft würdig." Der deutsche Naturforscher Herr Ruse gg er hat ihn barometrisch gemessen und das Resultat von dem Catharina-Kloster auf dem Sinai dem Herrn Geheimenrath, Professor von Leonhard in Heidelberg brieflich mitgetheilt. Hiernach ist der Gebbel Catharina, die höchste Kuppel des Tor-Sina, hoch 8168 pav. Fuß, die Spitze des Gebbel Horeb 7097, die Spitze des Gebbel Musa 5956, Erbaim 5464, Catharina-Kloster auf dem Sinai 5115. Einige Berge südlich von Tor-Sinai haben sogar bis 9000 par. Fuß- Meereshöhe u. s. w." (Komet.) Herr G.H. von Schubert in seiner lesenswerthen„Reise in das Morgenland" 2 Bnd. (Erlangen 1859, Palm und Enke Preis 2 Thlr.) sagt, daß unter den Gastgeschenken, welche er im Katharinen-Kloster am Sinai erhalten, auch ein Büchschen mit sinaitischem Manna, das von dem in unfern Apotheken vorhandenen wesentlich verschieden ist und durch den Stich eines Insekts aus den Zweigen der Mannatamariske hervorgelockt wird, aber so sparsam und doch so gesucht, daß es im hohen Preise