Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band erstes Heft
- Article
- Frankfurt a. M. [Nachricht]
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 58 (sequence 2)
- Language
- German
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58 demselben stieg bie Gesammtzahl der Unterstützten in dem Jahre 1839 auf 487. Neu ausgenommen wurden in dem gedachten Jahre nur 17 Lehrlinge, und 20 nach beendigter Lehrzeit als Gesellen entlassen. Beim Antritt ihrer Wanderschaft wurden 23 und bei ihrer Niederlassung als Meister 9 Handwerker unterstützt. Der Verein hat unumstößlich dargethan, daß die Juden, was ihnen VorurcheAe lange abstritten, zu jeder bürgerlichen Thätigkeit fähig sind. - In einem Aufsatze iw allgemeinen Anzeiger der Deutschen, betitelt: „Sind Armenversorgungsanstalten zweckmäßig oder nicht?" unterzeichnet: I. H offmann in Salzungen, in welchem auch die Nachtheile geschildert werden, die das Maschinenwesen für das Armemvesen hat, wenn Gewerbsleute ihr Gewerbe durch Maschinen treiben und Kinder statt Erwachsener, um einen Spottlohn von einem paar Groschen täglich, gebrauchen und sie noch obendrein nöthigen, 4 Tage täglich von früh bis zur Nacht hinein zu arbeiten, während die Eltern zu Hause müßig sitzen und solchergestalt sich von dem geringen Verdienst dcr Kinder ernähren müssen; welche dann', wenn sie den Maschinendienst — aller übrigen Geschäfte unkundig — verlassen, sich und Andern nichts nützen und auch schwer ein Unterkommen finden u. s. w.". kommt, als Gegensätze zu diesem Verfahren, folgende Stelle vor: „Der Jude Henoch in Gleißen gebraucht erwachsene Leute zu seinem Maschinengeschäfte auf Lebenszeit, wenn sie wollen, stattet die Jünglinge und Mädchen, welche einige Jahre bei ihm gearbeitet haben, und sich in seinem Dienste verheirathen, aus und zahlt auch in den Tagen, in welchen er sie nicht beschäftigen kann, den halben Tagelohn aus. Das ist eine musterhafte, menschenfreundliche Einrichtung zu nennen." (Da aus der ganzen Stelle eine wohlmeinende Absicht hervorleuchtet und der Herr Verfasser seinen Mitchristen hier wohl nur zugleich die Handlungsweise eines Israeliten als Muster aufzustellen scheint, so kann man um so weniger den Ausdruck: der „Jude Henoch," als etwa böswillig, vielmehr wohl nur zugleich als eine Lieblingsgewohnheit vieler deutschen Christen betrachten, die immer gern, selbst bei Nennung eines verdienstvollen, oder gar berühmten Namens, „Jude" voransetzen und Vorbringen, wenn von einem Manne Israelitischer Religion, besonders gesprächsweise, vorzüglich gegen Mitchristen, die Rede ist. Gegen Israeliten hört man sogar noch jetzt aus falsch verstehender