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Sulamith · 1834-01-01 · Achter Jahrgang erster Band sechstes Heft · p. Seite 411

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Achter Jahrgang (1834-1843)
Issue
Achter Jahrgang erster Band sechstes Heft
Article
[Nachricht]
Date
1834-01-01
Page
Seite 411 (sequence 2)
Language
German
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411 eines edlen Christen ausgezeichnet," heißt es in der Wiener Theaterzeitung: — — ״Ein hochherziger Wiener Kaufmann befand sich in der Schreckensnacht vom 15. auf den 16. Marz in der evangelischen Kirche, wohin ein paar tausend Menschen verschiedener Konfession sich retteten, darunter viele gebrechliche , ohnmächtige, streng religiöse Juden. Der Edle greift nach einer 50 Gulden Banknote, übergab dieselbe einem unbekannten Juden, nebst 5 Gulden Conv. Münze, sich auf einem Kahne zum Rabbiner zu begeben , damit derselbe Anstalten treffe, den kranken frommen Juden in der Kirche Suppe und Thee(?) von jüdischer Küche verabreichen zu können. Herr, erwiderte der Beauftragte, wie können Sie einem Unbekannten dies Geld anvertrauen?,— Ihre Brüder werden Sie nicht untergehen sehen. Eilen Sie! (Einem ehrlichen Israeliten fällt es gewiß nicht ein, wie auch .schon die folgende Nachricht aus Pesth beweiset, bei solchenHülfsleistungen an einen Glaubensunterschied zu denken; und einem unehrlichen Menschen, er sei Jude oder Christ, gilt es gleichviel, ob'ein Betrug gegen einen Juden oder gegen einen Nichtjuden verübt wird. Wir zweifeln nicht, daß jener Beauftragte ein ehrlicher Mann war und seinen Auftrag gewissenhaft erfüllt hat. Daß aber, selbst bei aller Humanität und Erfahrung, solche Vorurtheile sogar unter edlen Christen noch herrschen, die, wie hier der Fall ist, bei Wohlthaten nicht erst nach dem Glauben fragen, ist wahrlich schmerzlich.— D. H.) Wien, 1838. ״In der Reihe derer, welche sich um die'Verunglückten in Pesth hochverdient machten, nimmt die Pesther Israelitische Gemeinde einen ehrenvollen Platz ein. Die ganze Stadt war von Wasser umgeben; fast alle Mehl- und Brodvorräthe Lheils vergriffen, theils vom Wasser vernichtet. Dennoch gelang es dieser Gemeinde, Mittel und Wege zu finden, sich augenblicklich Mehl und Brod zu verschaffen, ersteres backen und letzteres vertheilen Zu lassen, und es verdient rühmliche Erwähnung, daß durch diese Gemeinde vom 16. bis 22. März 3500 Laib Brod an Verunglückte aller Klaffen von Einwohnern ohne Unterschied des Glaubens vertheilt wurden. Auch Geldunterstützungen . und Fleischvertheilungen an die Hülfsbedürftigen gingen von dieser .Gemeinde aus, und sie fährt ln diesem Werke wahrer Nächstenliebe noch jetzt unermüdet fort." (Österreich. Beobachter.) *) *) Herr Or. SaLomon in Hamburg hat zum Besten der

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