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Sulamith · 1834-01-01 · Achter Jahrgang erster Band fünftes Heft · p. Seite 289

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Achter Jahrgang (1834-1843)
Issue
Achter Jahrgang erster Band fünftes Heft
Article
Altes und Neues
Date
1834-01-01
Page
Seite 289 (sequence 12)
Language
German
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— 289 — nenne es gerecht und billig, oder edel und großmüthig gegen Menschen verfahren, mit denen sie doch nun einmal zusammenleben müssen! Denn darüber sind wir alle einverstanden, daß man die Juden nicht wieder zum Lande hinausjagen kann. *) Das wäre ja die schrecklichste Barbarei und Grausamkeit, wie sie nur selten ein Volk in sei« ner rohsten und finstersten Periode ausgeübt hat. Woher sollte aber jetzt noch die Gefahr von den Juden kommen? Wir sind und bleiben ja die Stärkern, sie die Schwächern. Unsere Fürsten sind Christen, und die höchsten Organe ihrer Gewalt in allen Zweigen der Verwaltung sind es gleichfalls und werden es auch bleiben. Sollte aber je einmal ein christlicher Fürst sich entschließen, einen Juden zum Miuister zu machen: so müßte derselbe ein so ausgezeichneter Mann an Kopf und Herz sein, daß es Lhorheit wäre, darüber scheel zu sehen. Außerdem sind alle Bildungsansialten von oben bis unten in unfern Händen; und wenn wir die Juden daran Theil nehmen lassen, so kann es nur zu unserm Vortheile gereichen, weil sie sich dann um so mehr uns assimiliren werden. Was aber Handel und Wandel betrifft, so werden wir ja in demselben Grade we- Niger von den Juden zu fürchten haben, je mehr wir ihnen Reiz und Gelegenheit bieten, ihren Lebensunterhalt auf andern Wegen zu suchen. Endlich ist es überhaupt eine ganz falsche Maxime, durch Bedrückung und Beschränkung Anderer sich selbst gegen sie in Vortheil stellen zu wollen. Denn jer mehr man Andere bedrückt und beschränkt, desto mehr fordert man sie auf, uns auf alle nur mögliche Weise zu bevortheilen, u. s. w. -Mögen aber auch die Juden sich nicht grämen, daß sie für dieses Mal nicht mehr erlangt haben! Mögen sie das Bewilligte als eine Abschlagszahlung, wie es einige *) Dafür hat übrigens auch schon die Wiener Congreßakte ge« sorgt. '■ D. H. V!1l. Jahrg. 1. Band. 19

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