Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang erster Band fünftes Heft
- Article
- Altes und Neues
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 287 (sequence 10)
- Language
- German
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— 287 — und gehörig würdigt., schmückte er auch sein schönes Werk noch mit folgendem: gelang es auch. Da entbrannte von neuem das große Herz jenes erlaubten Redners. In schöner Entrüstung rief ec aus: ״Ich. fürchte, wenn wir so fortfahren, so wird es so weit kommen , daß die Juden sich für dieses Gesetz bedanken; denn ich sehe nicht ein, wohin das noch führen soll. Mit aller Achtung für die öffentliche Meinung " — auf die man sich nur in dieser Debatte so oft berief— ״ muß ich mich doch dringend für die Juden verwenden. Ich glaube, wir sind es den Juden als: Menschen, wir sind es ihnen als Mitbürgern schuldig." — Dieses ״Mitbürgern," sagt Hr. Professor Krug, muß Allen unvergeßlich sein; denn während andere bei weitem nicht so hochgestellte Herren die sächsischen Juden mit vornehmthuendec Verachtlrchkeit Fremdlinge schalten (geschieht nicht bloß in Sachsen, D.H.), begrüßt sie ein dem Throne so nahestehender Prinz des Königlichen Hauses mit dem Ehrentitel Mitbürg er. Und sein braver Adjutant, Hr. von Pose rn, fügte hinzu: ״Dieses Beschneidungssystem geht denn doch wahrlich zu weit, und wir verschlechtern die Lage der Juden gegen früher, Statt, daß wir sie, wie wir im vongen Landtage fast einstimmig beschlossen haben, verbessern wollten. Wahrlich, es wird dies ein Gesetz, das auch der ärgste Judenfeind unbedenklich annehmen könnte." — In Betreff einer anderweitigen Erklärung S. K. H. deS Prinzen Johann, ״daß ein christlicher Staat der' sei, welcher die Maaßregeln der christlichen Religion durchzussühren habe; diese spricht von Duldung und ich glaube, wir handeln mehr Lm christlichen Sinne, wenn wir die Er- Werbung von Grundstücken (von Seiten^ der Juden) dulden," (die Gegner der Juden wollten nämlich denselben in einem christlichen Staate den Erwerb von Grundstücken nicht gestatten), ruft Hr. Prof. Krug aus: ״O goldene Worte , würdig von allen christlichen Rednerbühnen und Lehrstühlen verkündigt, ja auf eherne Tafeln geschrieben und in christlichen Tempeln, welchem besondern Kulte sie auch gewidmet seien, zum ewigen Andenken ausgestellt zu werden! O freue dich, mein theuereS