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Sulamith · 1834-01-01 · Achter Jahrgang erster Band viertes Heft · p. Seite 269

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Achter Jahrgang (1834-1843)
Issue
Achter Jahrgang erster Band viertes Heft
Article
Karlsruhe [Nachricht]
Date
1834-01-01
Page
Seite 269 (sequence 2)
Language
German
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־־־gp 269 -—1 ftnsfreiheit, sie haben alle persönliche Rechte, wie alle übrigen; können Häuser und Grundeigenthum erwerben, Gewerbe jeder Art treiben. Wenn sie Gemeindebürger sind, erhalten sie Theil an allen Bürgergenüssen, wie die anderen Gemeindebürger. Sie haben zwar keinen Anspruch auf Staatsdienst׳; wenn aber der Großherzog, aus höchsteigener Bewegung, einen Juden als Staatsdiener anstellen will, so steht es ihm frei, wie denn erst neuerlich wieder einer in dieser Eigenschaft angestellt wurde. Sie sind militärpflichtig, wie alle anderen; können aber auch Unter- Offiziere und Offiziere werden, ohne Unterschied, wenn Se. K. H. sie dazu ernennt. Diese Rechte haben bei uns die Juden nicht seit heute und gestern, sondern seit mehr als 3 0 Jahren. Wenn ich nun'diese Rechte betrachte, und damit diejenigen vergleiche, die ihnen in einigen nördlichen deutschen Staaten ׳nach den neuesten Gesetzgebungen verliehen sind, so glaube ich, die Juden können sich Glück wünschen, nicht bloß, daß sie diese Rechte haben, sondern, daß sie solche schon unter der Negierung Karl Frie drichs erlangt haben. Im Übrigen bin ich den Inden das Zeugniß schuldig, daß sie, mit wenigen Ausnahmen, sich dieser Freiheit immer würdig benommen haben. Nicht weniger gewährt es mir Vergnügen, bezeugen zu können, daß die I u - den zu den treuesten Unterthanen gehören, die, in der Zeit der allgemeinen Aufregung, nie aus dm Schranken des gesetzlichen Gehorsams und der Anhänglichkeit an den Großherzog gewichen sind, u. st w. In Musbach bei Neustadt an der Haardt hat auf Anregen des Israelitischen Lehrers Herrn Elsässer sich ein Verein gebildet: ״zur Belehrung über Judenthum und jüdisch-religiöse Verhältnisse," welcher diesen Zweck zu erreichen strebt ״ durch Anschaffung und CLrculation aller wichtigeren und hierin einschlagenden literarischen Erzeugnisse," so wie durch vierteljährlich stattfindende Conferenzen und Vorträge. Geschäftsleute und Handwerker, ״Rabbiner, Ärzte und Lehrer sind Mitglieder dieses Vereins, der hoffentlich viele ähnliche hervormfen wird. - _ In den drei Provinzen des Großherzogthums Hessen haben sich in den letzten Jahren, zu Mainz, Darmstadt und Gießen, drei ״Vereine zur Verbesserung des Zustandes der Juden" gebildet, welche namentlich für Verbreitung der Hand-

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