Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang erster Band viertes Heft
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 244 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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— 244 — noch nicht entschließen konnte, den Juden volle politische Rechte zu gewähren, so war keineswegs die mindere Befähiguug oder geringere Würdigkeit der Juden der entsprechende Grund hierzu, sondern es war die Folge eines — indessen von einer bedeutenden Minorität hart bekämpften — Pnncips, in Folge dessen man gewisse Regierungsrechte nur den christlichen Staatsbürgern ausschließlich vorbehalten zu müssen glaubte. Über Zulassung zu allen bürgerlichen Rechten war man allgemein einverstanden. *) — . Im Großherzogthum Sachsen-Weimar suchen die Juden der Wohlthat der durch das Gesetz von 1823 ihnen gewordenen Emancipation sich immer würdiger zu bezeigen. In Oldenburg sind die Juden völlig emancipirt; der Oldenburgische Regierungsvorstand, Staatsrath Fischer, sprach in einer Ende. Decbr. 1836 öffentlich gehaltenen, in Nr. 146 und 146 des Frankfurter Journals vom 28. Mai d. I. abgedruckten Rede, sehr günstig über das Verhalten der dasigen Juden, erklärte auch u. A. ״daß ein Israelit bei der höchsten Verwaltungsstelle angestellt sei, und als körperliche Zustände ihn dienstunfähig machten, da fragte der Landesherr nicht, ob der Mann Jude oder Christ, sondern ob er ein treuer Diener gewesen!" — *) Das Frankfurter Journal enthielt kürzlich folgende Mittheilung: Karlsruhe, den 20. März. Der unlängst dahier verstorbene, der Israelitischen Konfession ungehörige Particulier Liebmann W eid eure ich von Weingarten, Amtsbezirk Durlach, hat außer einem Legat von 1500 fl. an die Israelitische Gemeinde in Weingarten und 1000 fl. an das Israelitische Spital dahier, auch ein Vermächtnißvon 2000 fl. an die Karls-, Friedrichs-, Leopolds- und Sophienstiftung dahier, und ein gleiches von 1000 ff.' an das hiesige Gewerbhaus, — eine für die Beschäftigung und den Erwerb städtischer Armen sehr wohlthätige Anstalt— hinterlassen. Solche edle und gemeinnütze Handlungen beweisen besser, als alle theoretischen Ausführungen, daß die. Israeliten ihr Geburtsland auch als ihr Vaterland betrachten.