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Sulamith · 1834-01-01 · Achter Jahrgang erster Band viertes Heft · p. Seite 214

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Achter Jahrgang (1834-1843)
Issue
Achter Jahrgang erster Band viertes Heft
Article
Palästina
Date
1834-01-01
Page
Seite 214 (sequence 4)
Language
German
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IRI
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— "214 — der Zahl, wird kaum ein Drittel mit dem Leben davon kommen. Die Häuser der Juden waren meist zwei Stockwerke hoch, und mithin das Entkommen aus denselben fast unmöglich; zudem hatte sich eine bedeutende Anzahl in der Synagoge zum Abendgebete versammelt, von denen auch nicht Einer gerettet wurde. Ganze Familien befanden sich neun Tage lang unter den Ruinen begraben, und ein einzelnes Individuum wurde sogar erst nach elf Tagen hervorgezogen, Diese schlugen die Augen nur noch einmal auf, um die Gräuel der Verwüstung zu schauen, und schlossen sie dann auf immer. Rabbi Chaim, ein jüdischer Arzt, war an beiden Füßen stark beschädigt; schrecklich war die Schilderung, die er mir von seiner Lage während der ersten beiden Tage entwarf. Sein Weib und seine Kinder lagen tobt zu seinen Füßen unter den Ruinen,-und er selbst war bis unter die Arme in Schutt und Steinen begraben. Acht und vierzig Stunden mußte er in dieser schrecklichen Lage ausharren, ehe es in der Angst und Verwirrung möglich wurde, ihn zu befreien. Von einer sehr reichen jüdischen Familie kamen Alle um, bis auf ein junges Mädchen, , die sich kn eine Vorrathskammer zu ebener Erde flüchtete, die unverletzt stehen blieb. Nach vier und zwanzig Tagen kam man beim Aufräumen des Schuttes auch bis zu diesem Gemache, wo die Unglückliche eben zum letzten Male athmete. Aus den Anordnungen, die sie in der Kammer getroffen, ergab sich, daß sie fest überzeugt gewesen sein mußte, daß Niemand von ihrer Familie gerettet worden, und daß auch sie keine Erlösung zu hoffen habe, denn sie hatte sich selbst ein Grab in dem Boden ausgehöhlt, und cs mit Blättern aus talmudischen Schriften ausgelegt; in diesem fand man sie, in ein Sterbekleid gehüllt, das sie sich erst verfertigt hatte. Viele wären sicher gerettet worden, wenn man früher an das Aufräumen des Schuttes gegangen wäre. Der erste Stoß des Erdbebens scheint am J< Januar gesuhlt worden zu sein, und diesem folgten

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