Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang erster Band drittes Heft
- Article
- Literatur [Nachricht]
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 165 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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— 165 — gendliche GemüLher, in Hinsicht der allgemeinen Menschenliebe, übel wirkend. *) *) Bedächten doch so manche christliche Schriftsteller, besonders Jugendschriftsteller, daß ein großer Theit ihrer deutschen Leser und der Schuljugend aus Juden besteht und sie daher vorsichtiger in ihren Äußerungen über Juden sein sollten! — Selbst in den neuesten Geographien stellt man noch immer die Juden mit den Zigeunern zusammen. Z. B. ״ Fremde, in Europa eingewanderte Völker sind, die zerstreut lebenden Ju den, die Zigeuner u.s.w." (Neueste Geographie von Müller.) — Ferner, ebendaselbst: ״Nur geduldet werden mehrere christliche Nebensekten, sowie auch in vielen Landern d i e j üd i sch e Re l ig io n." —> In Bolger's Lehrbuch der Geographie (Hannover, 4829, in der Hahnschen Hofbuchhandl.) heißt es: Seite 25, kurzweg: ״Noch wohnen in Europa zerstreuet Juden und Zigeuner."— Der berühmte Krummacher sagt in seinem Bibelkatechismus zum Besten der christlichen Jugend (Duisburg und Essen, 1812, bei Bädeker und Kürzel): ״Das Reich Gottes gleicht einem Baum. Das Volk Israel war das Gefäß, worin es gepflanzt wurde. Als der Baum sich ausbreiten sollte über die ganze Erde, wurde das Gefäß zerbrochen. Die überall zerstreuten Juden sind noch die Scherben des zerbrochenen Gefäßes." Nicht wahr, ein herrliches Bild, welches (freilich, und was kümmert das, nicht zum Besten.der jü- 'dischen Jugend und Erwachsenen) der christlichen Jugend zugleich, wenn auch unabsichtlich, die Lehreeinflößtdie Juden wie Scherben gering zu achten, die man wohl gar mit den Füßen verächtlich wegtreten kann. — Wir wissen allerdings, daß, wie schon der Titel zeigt, diese Schrift, die wir auch nur beiläufig als Beispiel zu unserer Behauptung mit ansiihren, nicht für Juden bestimmt und geschrieben ist und im Wesentlichen eine andere theologische Tendenz hat; allein sollte man nicht von einem so gelehrten unb sonst verehrungswürdigen Lehrer der ״Religion der Liebe" mit Recht erwarten dürfen, daß er im Geiste seiner Religion, und wenigstens vorsichtiger rede? Was nützen alle die, besonders zeitgemäßen, menschenfreundlichen Lehren, die man der jetzigen Israelitischen Schuljugend, wie bekannt,