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Sulamith · 1834-01-01 · Achter Jahrgang erster Band erstes Heft · p. Seite 60

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Achter Jahrgang (1834-1843)
Issue
Achter Jahrgang erster Band erstes Heft
Article
[Nachricht]
Date
1834-01-01
Page
Seite 60 (sequence 2)
Language
German
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dieunstreitig auf einem Jrrthume, da sie doch aufhö'ren wlirden, Juden zu heißensobald sie das Hauptgesetz des Judenthums in den zehn Geboten: ״Du sollst keine andere Götter Haben vor meinem Angesicht u. s. w." übertreten. Prag, im December 1634. ״Unsere Stadt hat in den letzten Wochen einen wackern-Mann verloren, dem Lehrfache angehörig. Dieser im hohen Stufenalter des Lebens Verstorbene war der Israelitische Ober-Jurist Samuel Landau, welcher im 82sten Jahre starb. In Jampola, in Russisch Polen, geboren, kam er vor 80 Jahren mit seinem unter der Judenschaft in/stetem Andenken fortlebenden Vater, dem gewesenen Prager Ober-Rabbiner Ezechiel Landau, 'als Kind von zwei Jahren nach Prag; unter seinem Vater studirte er die rabdimsch - theologischen Wissenschaften und befreundete sich auch ׳mit andern scha'tzenswerthen Kenntnissen. Schon in seinem 16. Jahre stand er dem Rabbinate zu Bonn am Rheine vor. Nachdem kayr er wieder nach Prag und supplirte seinen im Alter vorgerückten Vater im Ober-Rabbinate, und nach dessen Lode wurde er Ober-Jurist und Religions-Vorsteher, welchen geistlichen Stellen er 42 Jahre Zum Nutzen und Frommen der Gemeinde Vorstand, und sich allgemeine Liebe und Achtung erwarb. Er war als gelehrter Rabbi wegen seiner mit vielem Beifalle aufgenommenen Schriften geschätzt und geehrt, er war es aber noch mehr wegen seiner Tugenden und als sanfter und liebevoller Religionslehrer, indem er reine, strenge Religiosität mit den tolerantesten Grundsätzen verband, und so in jedem Sinne des Wortes ein Muster eines Seelenhirten war. Er war ein treuer Unterthan, ein zärtlicher Vater, ein warmer Freund und der leutseligste Mensch. Seinen Vertust fühlt und betrauert nicht nur die Prager Israeliten-Gemeinde, sondern die ganze Israelitische Nation, da sein verdienter Ruf überall außgebreitet war und von den entferntesten Gegenden, ja sogar aus Palästina, (wie man aus dessen Werke ersehen kann) Fragen und entstandene Zweifel im Fache der Religion ihm zur Entscheidüng zugefchickt wurden, und sein Ausspruch war bei jedem(?) Israeliten Orakel." *) *) Abendzeitung.

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