Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Drei Urtheile christlicher Recensenten über einige französische Schriften
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 296 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2304627-2304631-2304633-2311284--08046-2311692- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
296 gehen. Woher kommt doch das Wunder eines immer verfolgten, immer leidenden Volks, das nie-unter« liegt und in allen Jahrhunderten dasselbe bleibt? Christen, die keine Christen sind, behaupten, das Dasein in ihrem elenden Zustande fei ein unwidern leglicher Beweis von der Wahrheit des Christenthums. Vor allem müssen wir in Moses Institutionen den Grund für diese Art von Unsterblichkeit suchen. Dieses ist der Hauptzweck vorliegenden Buchs, dem wir in den Hauptideen folgen wollen. Die Bibel ist von einem Pol, bis zum andern verbreitet, sie befindet sich in Jedermanns Händen. Das alte Testament wird täglich religiösen Schriften und Reden zum Grunde gelegt. Es thellt mit dem neuen Testament das weite Glaubensreich, wo die jüngste, aber mächtigste aller Religionen herrscht, die Religion Christi. Und doch ist dieses alte Testament so wenig gekannt. Das Kind staunt zuerst über seine Wunder und liest sie mit Begierde und heiligem Schauer. Unsere Erziehung , wie sie nun einmal ist, billigt dies Ger fühl. Später rühren es die erhabenen hebräischen Dichtungen, es wird angezogen und ergriffen von den reizenden Erzählungen vonJoseph,von Ruth, Noemi. Niemand wunW sich über diesen Eindruck. Aber Niemand denkt daran, ausdem erhabenen, merkwiirr digen Buche die Regierung der Hebräer, ihre Gesetze und ihre Verfassung barzustellen. Man meint, Alles mit der ganz unrichtigen Behauptung gesagt zu