Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Drei Urtheile christlicher Recensenten über einige französische Schriften
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 294 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2304627-2304631-2304633-2311284--08044-2311690- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
land bekannt zu werden. Mit ungemeinem Fleiß sammelte der Verfasser auf einem beschränkten Raume die Angaben der Geschichte, um zu zeigen, mit welcher Barbarei ein unglückliches, über den Erdball zerstreutes Volk von je an ist bedrückt und entwürdigt worden; ein Volk, welches man, namentlich im Mitteralter, gleich den Bienen zu betrachten schien, denen man die Freiheit gestattet, um Vvrräthe zusam-. mentragen zu können, nachher aber sie ausräuchert, um sich der Früchte ihres Fleißes zu bemächtigen. Die Juden haben allerdings oft den Vorwurf der Habsucht und des Wuchergeistes verdient; allein, was anders als eine barbarische Gesetzgebung zwang sie dazu, ihr einziges Heil im Golde zu suchen? Nur dieses allein vermochte sie von den Foltern und Scheiterhaufen zu retten, die frommer Wahnsinn ihnen bereiteten; und wo der Mensch/ gleich dem Vieh, in den Zollregistern aufgeführt wird, da darf man keine erhabene Gesinnungen bei demselben suchen. Wer Edelmuth fordert und Bürgertugenden, der gewähre Freiheit; eine Aussaat von Nesseln wird nimwer Rosen bringen^, und es ist ein seltsames Verlanr gen, unter dem Regime des Bannes, der Ketten, und des Stockes ein anderes als ein kriechendes , hinterlistiges Wesen zu fordern. Wer׳ aber sagen will: dieser Druck lastet jetzt nicht mehr auf den Juden, und dennoch zeigen sich noch ihre Fehler, der bedenke, daß, was Jahrhunderte böse machten , ei» paar Jahrzehnte nicht augenblicklich zu verwischen vermögen." J__