Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Gedächtnißfeier in dem Jakobstempel zu Seesen, für den am 3ten Oktober 1828 zu Berlin verstorbenen Herrn Geheimen-Finanzrath, Doctor der Philosophie und vormaligen Konsistorial-Präsidenten, Israel Ja
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 50 (sequence 12)
- Language
- German
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50 seines Herzens, feines reinen, frommen Sinnes/ seiner Menschenfreundlichkeit und Herzensgute , seiner Selbstbeherrschung, seiner bescheidenen Ansprüchslosigkeit und seiner seltenen Uneigennützigkeit hiev weitläuftig anführen und aus einandersetzen wollte! Was bedarf es dessen auch? findet sich ja fast keine Stadt oder Flecken in Deutschland/ wo Nicht wenigstens eine verschämte, arme Familie wöchentliche Unterstützung von feiner milden Hand empfing, wo nicht ein der Kunst oder Wissenschaft Beflissener Beiträge zur Fortfetzung seiner Studien voll seiner Freigebigkeit em pfing, wo nicht Wittwen und Waisen von ihm untere stützt und unterhalten wurden! Merkmale seiner Größe und Trefflichkeit finden sich überall , diese haben ihm in aller Herzen ein bleibendes Denkmal der Danks barkcit, Liebe und Verehrung erbaut. Der Lohn feiner leuchtenden Tugenden sind Liebe und Segcn nach langen Feiten noch auf Erden, von der er geschieden ist. Diese seine seltenen Tugenden hat er bei den mannigfaltigsten Schicksalen seines thatenreichen Le- Lens nie verleugnet. Sowohl in der eben geschilderten Periode seines höchsten Glückes, als auch nachher, wo das traurige Loos aller großen Männer, von Moses bis Columbus, ihn traf, wo sein Geist durch Anfeindung, Verleumdung und Undankbarkeit niedergebeugt, wo der bittere, unerbittliche Tod seine geliebte, treffliche Gattin von seiner Seite riß, wo mannigfaltige körperliche Leiben ihn heimsuchten und ihm allen frohen Genuß des Lebens raubten/ auch da bewährte sich seine gleichbleibende Milbe, Sanft-