Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über die moralische Erziehung
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 21)
- Language
- German
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31 das ist »Wie wohlthuend solche Äußerung des׳- reinen׳ ׳Kindersinns dem Herzen ist! -Aber -wie niederschlagend , ist es dagegen ,׳ -wenn man schön im Spiel der ׳ kleinen Geschöpfe sie sich unter einander hinkergehen,- überlisten, in Unwahrheiten gegen )einander wetteifern sieht und-Hört ,״׳als -hätten fie's eigends drauf angelegt- Scenew aus dem wirthschaftlichen geselligen Leben vor uns! aufzufüßrenr -)״'S ist aber nicht!wahr!׳" -sagt dev belogene dreijährhe Fritz. ״ 'S war ja nur Spaß- " entgegnetdie schlaue vierjährige Wiline,׳׳ untwzieht sich) mit Ehren aus^der Sache.! )Nun wird das. zur Unwährheitc!( woher wohl?)-)geneigte Kind den moralischen Satz!gewahr׳: daß die! Wahrheit eine Tugend, die Siige־ ־!m$, das Lügen Sünde sei, kraft dessen es die Tugend üben und die Sünde fliehen müsse. Mit der Moral׳ hat es seine Richtigkeit; aber hat es sie auch mit der! Anwendung, der Befolgung % Der Anfang war die f Unwahrheit) aus Scherz; ׳ dei'Wtkenfpruch-ZstiKrW? Aber das Kind , unterscheidet:-selten, vielleicht gar z nicht; es lügt, ohne ein Lügner sein zu wollen, d. h. j noch nicht aus. schnöder Absicht, vorerst nur aus blo-! ßem Hang zur- Unwahrheit, -zur Täuschung (weMb i Hang auch häufig aus Furcht vor der Strafe entstrHf), j später aus Gewohnheit, und dann? Wie viel braucht! es nun. noch, -um . ein Lügner zu werden. Den.Ge-! schwistern ,und Gespielen und Eltern sagte es die- .Un« j Wahrheit; den Lehrer belügt es. Wird cs sich gegen! die Welt, bei zunehmenden Jahren, anders beneh-! men? Wir zweifeln.