Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Öffentliche Konfirmation an der Lehr- und Erziehungs-Anstalt des Dr. Weil in Frankfurt am Main
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 320 (sequence 5)
- Language
- German
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320 nung fähig sind, denen schon das Gute, das sie thun, als Pflichterfüllung, das Böse als Schuld, beizumessen ist, das Bekenntniß dessen abzunehmen, wozu sie verpflichtet sind als Menschen, als Bürger im Reiche Gottes und im irdischen Staate, als Israeliten und Bekenner des alten Bundes, welcher zuerst das verwaiste Menschengeschlecht hingewiesen auf den Einzigen, Heiligen und Reinen, der da ist der Gott alles Fleisches, der Water aller Wesen, durch dessen mächtiges Wort Alles besteht, was da ist, und ohne dessen heiligen Willen kein Haar von unscrm Haupte fällt.- Wenn wir aber so dem Übergang feiern des Kindes in das Knabenalter, den ersten Strahl des aufdämmernden klaren Bewußtseins begrüßen mit dem Hallelujah-Ruf des seinen Schöpfer erkennenden Geschöpfes, und gleichsam an die Schwelle des, mit einiger Erkenntniß verbundenen Lebens, des Hauses Eckstein, die Überzeugung stellen der Lugend und Religion, so haben wir zuerst vor einem doppelten Mißverstand uns zu verwahren. Es gehört nämlich einerseits rühmlich zu den Eigenheiten der mosaischen Religion , daß sie ihren Bekennern zwar Handlungen vorschreibt, zwar bemüht ist, Gesinnungen in ihnen hervorzubringen, aber keine Glaubensartikel aufdringt, diese dem eigenen Gefühle und der großen Abrechnung überläßt zwischen dem Menschen, seinem innern und seinem höchsten Richter, Menschen aber das Recht nicht einräumt, sich dazwischen zu drängen. Daher sind die Meinungen unserer Gesetzlehrer, von denen Maimonides 13, Aldo 3, wieder andere mehr oder weniger Grundlehren des Glaubens annehmen, in