Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Amaranten
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 62 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2304627-2304631-2304632-2310561--07154-2310807- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
62 Chat« m - T a i. Als einst gepriesen wurde Chatem - Tai, Daß er der -Edelste der Menschen sei, Daß auf dem ganzen Erdenrunde Von keinem Bessern wäre Kunde — Sprach Chatem: Euer Lob ist ein Gedicht, Denn dieser wahrlich bin ich nicht, Was ich behaupte, Hab.' ich selbst erfahren: Als ich zu einem Dpfermahl Zu schlachten einst befahl Won den Kameelen vierzig— seh't! da waren Geladen Gaste ohne Zahl. Willkommen hieß ich die da kamen, And Therl am Ueberflusse nahmen. Im Freien wandelnd sah ich dann Im Schweiß des Angesichtes einen Mann KSemühet Dorn und Distel auszujaten Dafür zu schaffen sich ein karges Mittagsbrod. ),Mich jammert Armer — sagt' ich — deine Noch Du kannst in's Haus des Chatem treten Wo jeder ist zu Gast gebeten." Darauf erwiedert dieser fronime Mann: Wer sich durch Arbeit Brod erwerben kann, Der hat das Haus des Chatem nicht von Nöthen. — -Gestehet Freunde, daß nicht Chatem - Tai Daß jener Arme edler sei! *) Gabi erzählt mehrere Züge der Freigebigkeit von diesem edlen Perser, dessen Großmuth im ganzen Morgenlande zum Sprüchwort geworden ist.