Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Predigt
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 323 (sequence 4)
- Language
- German
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Z2Z - Du aber, Water im Himmel! laß uns auch heute nicht vergebens vor deinem Antlitz erschienen sein! Dein Wort dringe in unsere Herzen und mache uns menschlicher — edler — starker — glückseliger. Amen» I. Auf dem Schauplatze unserer Erde, meine Lieben, giebt es nichts Größeres und Erhabeneres, als die Rolle des Menschen wohl und richtig, das heißt menschlich zu spielen. Darum giebt es für uns Alle keinen hohem Ruhm, als den, ein Mensch zu sein, und keinen schönem Namen, der uns wahrhaft ehrt, als der Name: Mensch. Welche Titel ihr euch auch geben mvget -- nennet euch Freunde, Verwandte, Geschwister — alle diese Namen zusammen find nicht so inhaltreich, sagen nicht so viel, denn der eine. Der Name Mensch, wenn du ihn recht verstehest, daß du nämlich deine eigene Würde in'dir erkennst und die Würde Anderer in Andern anerkennst.—Vernehmet, m. G., einen merkwürdigen Streit zwischen zwei alten Israelitischen Weisen: ״Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst!" Dieß ist die wichtigste Grundregel in der Religion behauptet der eine *). Nicht doch, erwiedert der andere **), es giebt eine noch weit wichtigere, weit umfassendere, und die lautet; ״Dieß ist das Geschlechtsrcgister der Menschen!!" Könnten nicht kleinliche Gemütbcr unter ״Nächsten" (רע) nur den Glaubensgenossen verstehen wollen? — Wen aber dürfen sie ausschließen, wenn von dem Menschen (8אך) *) Rabbi Akkiba. **) Ven-Asai.