Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Predigt
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 321 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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w Z2r für alle, die mit einem kindlichen Gemüthe sie lesen undzu beherzigen suchen. In denselben mahlt sich der Mensch und das Menschenleben, wie ich euch durch mehrere meiner Predigten zu überzeugen suchte*). Jedoch stoßen wir zuweilen auf Mittheilungen anderer Art, von welchen es sich in dem ersten Augenblick, nicht absehen laßt, warum sie uüs aufbewahrt, und oftmals so umständlich auföewahrt worden — wir sehen den Nutzen nicht ab, der uns daraus erwachst und begreifen nicht, warum dergleichen Mittheilungen ein so, geräumiger Platz, wie dieß allerdings oft der Fall ist, angewiesen ward. Denn nützen, moralisch nützen muß uns das, was die Schrift der Aufbewahrung werth gesünden: Blätter aus dem Paradiese sind die Blatter der grauen Vorwelt, sie müssen immer frisch und grün bleiben, müssen laben und erquicken Herz und Seele. Und was von der Weltweisheit überhaupt gilt, daß sie bei jedem Schritte, den sie thut, den Blick aus den M e nsch en richte, dessen Glückseligkeit ihre Forschungen befördern müssen, weil sonst ihre Bemühungen zu dem titeln und nichtigen Trachten gehören: das gilt ganz besonders von der Weisheit Urquell, von der Schrift! Was sie aufbewahrt — dem Menschen muß es nützen; Einfluß muß es haben auf feinen sittlichen Wandel; denn das sichert dieser oder jenerSchriststelle ihre Trefflichkeit noch nicht, weil die Schrift sie aufbewahrt; umgekehrt, die Schrift bewahrt sie auf, weil sie trefflich ist! —י■ Worin aber das Treffliche bestehet, sage ich, laßt sich im *) Vergl. zweite Samml. meiner Predigten 1821. Erste und zweite Predigt. VI. Jahrg» 2. Band, 2Z