Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Historischer Flug durch die Regionen der Vorzeit, beim Eintritte des Jahres 1824
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 295 (sequence 5)
- Language
- German
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295 ־"י wie dem erwartungsvollen Jünglinge, dem seine ungezügelte Phantasie allenthalben Rosen ohne Dornen zeigt, und der daher unbesorgt in die Welt hinausstürmt, wo die Erfahrung ihm, oft beim ersten Schritte schon die tauschende Binde unsanft von den Augen reißt. Und — wichtig dem Thoren, der zwischen kindischer Furcht und eitler Hoffnung allfsrt ängstlich schwankend, jeden Genuß der Gegenwart sich verbittert; wie dem sinnigen Weisen, der unte'r der Aegide der Resignation getrost und muthkg in die dunkle Zukunft schauet, und sein Schicksal, das Gute wie das Böse, aus der Hand der waltenden Vorsehung nimmt, gleich ruhig, ob der kommende Tag ihm einen Kranz von Freuden windet, oder einen Sarg darbietet, worin er oder seiner Lieblinge einer, der Verwesung preis gegeben wird; denn gestützt auf Gottes Vaterhand, die den Zügel des Schicksals zum Besten des großen Alls mit unerforschlicher Weisheit leitet/ genießt er die Gegenwart, und. ist für die Zukunft auf Alles gefaßt. Im Nachdenken vertieft, versunken in diesen und ähnlichen Betrachtungen, ließ endlich der wohlthuende Schlaf, der so oft schon manches Auge trocknete, welches Stunden lang sein Lager mit Thräncn des Grams und der Leiden überschwemmte, auf meine Augenlieder sich sanft herab und Morpheus begann sein Zauberspiel. Ein alter geflügelter Mann, in einer Hand eine Sichel, in der andern eine im Zirkel gewundene Schlange haltend, nahete sich traulich mir, und sprach: ״Ich bin Chronos, Mein Gebiet ist die Zeit, worauf meine Attribute zeigen. Meine Flügel deuten aus dry schnellen