Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Merkwürdige Mittheilungen, eine Israelitische Kolonie in Rußland betreffend
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 230 (sequence 6)
- Language
- German
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230 - - " ■ ■ Sie fragten ferner: (ztens und ytens,) ״ob die Kolonisten Steuern zahlen, ob sie Soldaten stellen, wer ihe Gutsherr sei, und ob sie ׳Frohndienste leisten?” — Nein, lieber Freund. Bon diesen Dingen wissen sie , so wie alle Kolonisten in Rußland überhaupt,'gar nichts, bis nach 20 Jahren, von ihrer Ansiedlung gerechnet. - Die Israeliten zahlen erst 14 bis 1g Jahre, seit sie sich yämlich.hier ansiedelten. Was nachher mit allen KolonisM Vorgehen wird, kann man nicht Voraussagen.- Der. men!- -schenfreundliche Kaiser Alexander hat ihnen indessen seine Gnade .auch auf spatere Zeit hinaus verheißen. Sie wollen (lotens) wissen: ״ob diese Israeliten sich frühzeitig verheirathen?" Ja! und mit, wichkigerm Grunde als alle andern Juden (in.,Polen und Rußland). Denn jeder wünscht einen Gehülsen im Hause und zur Wirthschaft zu bekommen. Ihre Mitgift ist .ganz bäuerisch eingerichtet. Sie geben dem neuen Paare nach Vermögen: Ochsen , Kühe, Schaafe und Pferde, auch Getreide. Der Frciwcrber bekommt ein gutes Mahl, ein wenig Früchte u. d. m., nur kein Geld. — Lieber, guter Freund! Da Sie ein so warmes Intercsse bei dieser Angelegenheit beweisen : so melde ich IHnen auch, daß die armen Leute, jetzt sehr zu bedauern sind, denn die Heuschrecken, die Plage des Landes, die sie .seit einigen Jahren heimsucht, haben ihre Felder in diesem Sommer so verwüstet, daß sie nichts, gar nichts übrig ließen. Jetzt, gerade in dieser Zeit, wo sie die neuen Auswanderer aus dem Mohilewschen Gouvernement, denen bisher noch kein Erdreich von der Regierung angewiesen worden ist, beherbergen und verpflegen müssen!