Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Vereine zur Beförderung nützlicher Künste und Handwerke unter den deutschen Israeliten
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 195 (sequence 12)
- Language
- German
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— 195 Jünglinge, welche sonst in der Unsicherheit des Noth- Handels untergegangen wären, sahen wir mit Bergnügen jetzt eifrig herbeieilen, um sich der Erlernung nütz-- licher Handwerke zu widmen. So konnten bereits während dieses ersten Jahres folgende Jünglinge wackern Meistern anvertraut werden- (Hier werden nun1 ׳Z Lehrlinge genannt, nämlich: ein Schlosser, ein Kunststuhl- Macher, ein Silberarbeiter, ein Sattler, ein Wagner, ein Knopfmacher, fünf Schuhmacher und zwei Schneider.) ׳ Gern hatten wir hauptsächlich auch auf Bauhandwerke, zu welchen viele Jünglinge Neigung zeigten, eine umfassendere Rücksicht genommen; zu unsermSchmerz mußten wir jedoch sehen, daß diese Zünfte, auf Anstiften eines übelwollenden Meisters, sich geradezu weigerten, Israeliten in die Lehre zu nehmen. Nur durch kräftiges obrigkeitliches׳ Einschreiten ward für die Zukunft einem solchen Mißbrauch und der verbotenen Geltendmachung veralteter Vorurtheile / vorgebeugt. Bor dem heilsamen Einfluß wohlwollender Gesetze, werden sie, wie hier, kraftig gehandhabt, müssen der Eigennutz, die Selbstsucht^ verschwinden, welche sich der verjährten finstern Begriffe, nur als Deckmantel (!) bedienen wollen.!— Auf derandern Seite hatte die Cömitee gern einige Jünglinge dem Ackerbau gewidmet, weil nichts den Bürger mehr'an die Interesscn des Vaterlandes bindet, als der Besitz und die Kultur des Bodens.und nichts kräftiger vor allem Wechsel des schwankenden Schicksals sichert; weil jedoch der geringe Kaffenbestand die Erfüllung unserer Wünsche für jetzt noch nicht erlaubt, so mußten wir auch hierin der bessern Zukunft vertrauen. ־ . r4 *