Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Biographie des am 27. September 1822 in Magdeburg verstorbenen Ober-Rabbiners Herrn Isaak Heilbronn
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 183 (sequence 5)
- Language
- German
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—IgJ Predigten, meistmtheils in d rutsch er Sprüche abgefaßh waren gut ausgearbeitet und machten bei der Gemeinde Eindruck. Vorzüglich zweckmäßig war die Konfirmation der Kinder; er examinirte die Kinder öffentlich in der Synagoge und hielt dabei jedesmal eine angemessene Rede. Auch bei Brauungen hielt er deutsche Reden.' Ueberhaupt war sein Bestreben, dahin mitzuwirken , dass die Israeliten den übrigen Landesbewohnern in der Kultur nicht nachstehen möchten, und Vergnügen verursachte es ihm stets,-wenn er hörte, daß-sich einer seiner Glaubensgenossen auf irgend eine Art rühmlich ausgezeichnet hatte. In seinem häuslichen Leben war er zufrieden und glücklich. Bei seinem geringen Gehalte mußte er sehr ökonomisch leben, und in seinem Anzug« herrschte Ordnung und Anstand. Er war übrigens ein braver ' Gatte und edler Vater. ' Sein Diensteifer war so groß, daß er weder Hitze noch Kälte scheuet«, wenn es die Erfüllung seiner Dienstpflichten galt. Er reifete in seiner Amtsverrichtung, um den Leuten Kosten zu ersparen, sowohl des LageS als des Nachts im offenen Postwagen, und ging deshalb auch oft Z Meilen Weges weit zu Fuße. Seine letzte Arytsverrichtung, welche auch seinen, für die Menschheit : zu frühen Tod herbei führte, war die Einweihung der Synagoge zu Neühaldensleben. Er hielt nämlich bei dieser Einweihung, welche den 2yten August 1322 Statt fand, eine Predigt) welche zwei Stunden dauerte, und da der Tempel von Israeliten und Christen sehr!angefüllt war, erhitzte er sich so sehr, baßer von dem Augenblicke an in eine schwere Krankheit