Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über den Nutzen eines zweckmäßigen Gebrauchs der heiligen Schrift bei öffentlichen Religionsvorträgen
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 365 (sequence 3)
- Language
- German
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365 dringlichkeit: so wird auch ferner durch denselben die Bekanntschaft mit ihr noch mehr befördert und verbreitet. Gewiß ein bedeutender Vortheil, der, so sehr er auch eine Zeit lang hie und da verkannt wurde, doch nun wieder anerkannt wird; denn nur durch nähere und vertrautere Bekanntschaft und innere Ueberzeugung von dem wahren und hohen Werths der heiligen Schrift wird sie uns immer schätzbarer, so daß wir uns zu ihr hingezogen und angetrieben fühlen, von ihr zu lernen, was zur wahren Erleuchtung, Besserung und Beruhigung dient. Eine unerläßliche Pflicht also ist es für jeden gewissenhaften Lehrer, den Nutzen des Gebrauchs der heiligen Schrift in seinen öffentlichen Vortragen zu berücksichtigen und immer vor Augen zu behalten. Er ist dieses nicht nur seinem Amte schuldig, sondern seine Zuhörer erwarten es auch von ihm; und jemehr er dieser Erwartung entspricht, desto mehr Zutrauen wird derselbe auch finden und desto williger werden alsdann Ohren und Herzen seiner Zuhörer sich seinen Vorträgen öffnen: Die Ersahrung selbst lehrt uns den Weg, welchen der Religionslehrer hierbei einschlagen muß. Denn warum bleiben so oft die Zuhörer bei philosophischen Erörterungen, trotz aller angewandten Rednerkünste, doch kalt? Antwort: Weil sie das nicht finden , was sie suchten, nämlich: Erbauung nach Anleitung des göttlichen Worts. Dieses gilt ihnen mehr, als aller Wohlklang der Rede und die gründlichste und spitzfindigste Untersuchung in dem modernsten Gewände. Iemehr daher der Religionslehrcr zeigt, daß ihm selbst auch die göttliche Offenbarung, welche seine Zuhörer ehren, werth ist und am Herzen