Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Erbauungsrede, gehalten am Sabbath den 2ten September 1820 im Lokale der Gesellschaft der Humanität zu Kassel, in einem Kreise von Zöglingen und Erwachsenen
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 271 (sequence 13)
- Language
- German
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Glaubens, des Bundes, der Bertheidigung der heiligen Sache. Was gab den vielen Kaufenden, was den Zehntausenden MuLh und Standhaftigkeit, ihre Habe hinzügebsn, allen zeitlichen Wohlstand zu verachten? War es nicht die Anhänglichkeit an den heiligen Bund ihrer Väter? War es nicht die Wahrheit unseres Glaubens? Was ermuthigte und stärkte so mächtig die Kausende und Zehntaufende von Frommen, die > gleichsam der Spielball der Meinungswuth und der Verfolgung ihr thsueres Leben unter vielen Martern hinopferten, in den Flammen verrauchten, unter dem Schwerdtr verbluteten? Es war die Dpferflamme des Glaubens, welche ihnen loderte; es war das Blut des Bundes, welches floß. Wer kennt nicht die Drangsale,und Leiden, die Jahrhunderte hindurch, fast in allen Ländern der Erde, unsere Glaubensbrüder trafen! Wurden sie da unter vielem Drucke geduldet, so mußten sie von d o r t wieder auswandern. Aber kein zeitliches Ungemach vermochte ihre ewige Wohlfahrt zu verdrängen, kein irdisches Elend die heiligen Bands des Glaubens auszulösen. Za, nur um so stärker befestigte sich der Bund, nur um so zuversichtlicher haftete im Herzen der Glaube, — Und sind auch im Aeußern des Bundes Meinungen und Bräuche, menschlich wandelbar und verschieden, im Strome der Zeit , auf einander gefolgt und vorüber gegangen, so ist das Wesen, das Innere deffelben stets unverändert doch geblieben. So, meine lieben Freunde, hat sich unser Bund unverändert erhalten, und so wird er sich erhalten, so lange es Menschcnznngen zu reden, so lange es Menschenherzen׳