Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Eine Blume auf dem Sarg der Frau Prof. J**, geb. N**
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 258 (sequence 3)
- Language
- German
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258 O du, den von der hohen Würde,: So dein Geschlecht auf Erden schmückt, Des Zweifels hoffnungslose Bürde Dir selbst zur Schmach dam'edcrdrückt! Bleibst du noch starr am Staube kleben, Auch wenn ein Himmelwerthes Leben So früh dem Grab' entgegen reist: Nie wirst du dich der Wahrheit beugen, Bis einst vor Millionen Zeugen Ein banges Schauen dich ergreift. Wir, die der Offenbarung glauben, Gehn sicher an der Hoffnung Stab, Und lassen nichts den Trost uns rauben, " Den Gott Uns beut an Sarg und Grab. Wohl fühlen wir der Trennung Schmerzen Doch leuchtet in die trüben Herzen Mit Hellem Strahl der Morgenstern; , Und bald, zuvor so schwer beklommen. Bald jauchzen sie: Der Tod der Frommen Ist werth gehalten vor dem Herrn t Der mühevolle Weg hienieden, Dem stündlich Fall und Ende droht, War' einzig dieser uns beschieden, Wozu , Gott, Vater, dein Gebot?