Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die beiden Kleinode
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 219 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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״Wie ich's versprach, Hab' ich's ihm auch gehalten, ״Mit Mutterliebe stets sein Pfand gepflegt, ״Und steh! kein Schaden ist dazu gekommen; ״Denn immer bin ich wach und klug gewesen ״Und habe Müh' und Wartung nicht gescheut: ״Ich hatte beide ja so lieb gewonnen! ״Und jetzo kommt er Mn, der Fremde, wieder, ״Und sodert streng sein Eigenthum zurück, ״Nicht achtend meiner Bitten, meiner Lhränen» ״D, sprich, Geliebter! ob ichs ihm wohl gebe, ״Der keine Handschrift zeigen kann von mir? —" Und weinend stürzt sie in den Arm des Gatten Und schluchzet laut in unverhalt'nem Schmerz. Doch schnell zur Antwort giebt der Redliche : - ״Wie kann Melitta wohl noch zweifelnd fragen? ״Bekannt, ob unbekannt, gilt ihr's nicht gleich? ״Vertrauen muß man mit Vertrauen zahlen, ״Und ob's dis Brust, das Leben auch zerrisse, ״Wie groß der Werth, du ziehst den Schatz zurück. Da hebt sie schnell das thranenschwere Auge, Und faßt die Hand mit heißer Heftigkeit, Doch kaum vermag der bleiche Mund zu stammeln ״So komm und sieh! Ich that, wie du es foderst Und reißt ihn heftig schluchzend mit sich fort./ Jetzt will ein Ahnen seine Brust ergreifen, Noch sah er ja die lieben Kinder nicht, Und ängstlich wagt der scheue Mund die Frage: Wo weilt Al bin? -*-Noch küßt' ich Lea nicht?