Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 1
- Article
- An meinen Freund L. L. im Mai 1818, nachdem er und ich eben von einer Krankheit genesen war
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 55 (sequence 2)
- Language
- German
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Erglänzt das Thal im Brautgeschmeide, Zn goldner Blumen prächtigem Kleide Und sendet Weihrauch in die Lust, Aus der die Lerche lockend ruft: ״O sei gegrüßt, du Morgensonne! ״Beglück'rin, komm zu uns herauf! ״Du strömest Freude, Lust und Wonne, ״Wohin dich bringt dein kühner Lauf. ״Und sängt der Morgen an zu röthen, ״Heb' ich mich aus den Blumenbeeten, ״Dich singend und dein Sphären- Chor ״Ins Reich der Wolken hochempor." So lockt die Lerch' aus blauen Lüsten, So rieselt es der Silberbach, So haucht's die Blum' in süßen Düsten, So tönt's der Felsen Echo nach, So singt's der Mensch in Msrgenliedem, Was alle Wesen ihm erwiedern: Wir ruhen all' in Gottes Schooß, Der gütig ist und weis' und groß. Und in das Dankeslied der Wesen Stimmt meines Herzens Ruf auch ein; Denn, Freund! Du wardst mir auserlesen, Aus vieler Menschen bunten Reih'n Stellt Dich das Schicksal mir zur Seite, Daß stets, wohin es auch mich leite, Du reichest Deine treue Hand Dem Freund, dem manches-Glück entschwand!