Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Literatur [Rezension]
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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35 jeden, durch den Handel erworbenen Wohlstand eines Juden als einen durch den Schleichhandeleines unberechtigten Fremdlings ihm entzogenen Verdienst betrachtet und der, im geraden Widerspruche mit den Absichten der Regierungen, die Juden auf den elendesten Kleinhandel beschranken möchte." ״Aber warum ergreifen so wenige Juden das Handwerk, nachdem in ׳den meisten deutschen Staaten ihnen der Weg dazu geöffnet ist?" Weil der dem Handwerk sich bestimmende Jude ein Heer von Schwierigkeiten zu besiegen: hat. Dem Meister muß er das dreifache Lehrgeld geben. Geht er dann auf die Wanderschaft, so muß er seinen Glauben sorgfältig verheimlichen, weil er sonst den Beleidigungen der christlichen Gesellen ausgeseßt ist und nicht so leicht Arbeit findet. Kommt er, nach mühsam zurückgelegten Wanderjahren in sein Vaterland zurück, dann steht ihm die Zunft feindlich entgegen und versagt ihm den Eintritt, so daß er entweder nach Frankreich oder England auswandern, oder heimlich pfuschen, oder zu Schacher seine Zuflucht nehmen muß. Solche Beispiele sind dem Unterzeichneten schon viele bekannt. Ist es nun zu verwundern, wenn die Zahl jüdischer Handwerker noch klein ist? In Frankreich, wo diese Hindernisse nicht vorhanden sind, findet man bereits in mehrern Orten jüdische Handwerker, wie auch Ackerbauer dort nicht mehr selten sind. Die Regierungen allein sind im Stande, sowohl diese, der Verschmelzung der Juden entgegenstehenden Hindernisse, als jene, welche ihre Quelle in der, in so viele» Jahrhunderten deS Druckes und der Finsterniß 3 *