Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Proben aus dem zunächst erscheinenden 2ten Bändchen der Parabeln von Dr. Günsburg
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 12)
- Language
- German
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*8 in dem schönen Garten ging, der dort, auf der Anhöhe liegt, sah ich den Gärtner mit geschäftiger Hand die schönsten Rosen abschneiden und sie in Strauße,binden. Was macht ihr da, Freund, sagte ich dem Gärtner; ihr pflückt ja die Rosen, da sie kaum erst erblüht und die Kelche erschlossen; laßt sie doch noch an den Stöcken prangen, damit sie noch länger die Lustwandelnden erfreuen mögen. Da führte mich der Gärtner in einen andern Theil des Gartens und zeigte mir Rosenstöcke mit entblätterten und wurmfräßigen Rosen, und sagte: seht hier, mein Freund, diese da habe ich länger stehen lassen und das ist aus ihnen geworden; früher halte ich drum ,jetzt Rosenlese, will ich die Rosen in ihrer Schönheit erhalten. Siehe, theure Schwester, auch der Herr kam herab in seinen Garten, um Rosenlese zu halten, und hat uns das Kindlein genommen, ehe es vom Wurmstiche des Lasters entstellt worden; weise hat der Gärtner gethan, der Name des Herrn sei gelobt. Gelobt sei sein Name, sprach Eweline, mich beruhigt's, daß ich das Röslein in des treuen Gärtners Hand weiß, der es mir dereinst wiedergeben wird. Und sie küßte das im Kode noch liebliche Kindlein.