Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Rede bei Eröffnung der religiös-moralischen Vorlesungen für Israeliten in Prag
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 238 (sequence 11)
- Language
- German
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Allein besäße ich auch eine ausgebreitete Gclehrsamkcit, einen eindringenden Geist, den Verstand zu über- ... zeugen, und alle Rednerrünstc, das Herz zu rühren: es würde dennoch wenig fruchten. Denn ״vergeblich ist der Künstler Arbeit," spricht Salomo, ״will Gott nicht selbst den Tempel bauen." ״Vergeblich aller Wächter Fleiß, wenn Gott nicht selbst die Stadt bewacht*)." Gott bauet aber den Tempel, so bald der Mensch nur ernsilick will. Der unerschütterliche Wille, der nie erkaltcnde Eifer, und das unablaßige Bestreben, durch meine Vorträge das Gute zu verbreiten, ist cs, womit die Vorsehung mich ausgerüstet; und ist.das Einzige, so ich zu dieser neuen Bestimmung mitbringe. Ein heiliges Feuer lodert in mir, den Verstand meiner jugendlichen Zuhörer von falschen Begriffen',"'von' irrigen Meinungen, Aberglauben und Schwärmerei, und ihr Gemüth von unordeutlichen Neigungen, schnöden Begierden und Verderbglichen Leidenschaften zu reinigen: und ״wer zu reinigen kommt!" sagt der Talmud, /,der wird unterstützt von oben." D, Herr Zebaoth! der du'oft dem Niedrigsten im Wolke, Licht und Weisheit verleihest, vergönne auch mir .jenen himmlischen Beistand, auf daß ich, von deiner Rechten geführt, sichern Schrittes wandte. Amen.