Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Der Prophet Jeremias, Josephus Flavius und Rabbi Isaak Abarbanel
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 175 (sequence 8)
- Language
- German
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175 —־־—י— mit seltnem Muthe und mit noch seltnerer Staatsklugheit ausgerüstet, und unter ihm scheint der jüdische Staat sich nach und nach wieder zu seiner ehemaligen Würde emporzuschwingen; aber er vererbt seinen Geist nicht aus seine Nachfolger, und bald nach seinem Tode wird Judäa in eine römische Provinz verwandelt. Es werden von nun an Präsidenten von Rom ins jüdische Land geschickt; doch eine furchtbare moralische Eährung wird in diesem Lande jetzt rege, welche den baldigen Ausbruch schrecklicher Dinge erwarten laßt. Hier sicht man Essäer die liebenswürdigste Schwärmerei behaupten, und zeigen, wie ein kontcmplativcs Leben bcsceligendcr als das üppigste und Wollustreichste sei; wahrend dort Saduzäcr sich unaufhörlich in schnöden Lüsten herumwälzen, und sinnliche.Genüsse nur als den Zweck menschlichen Daseins anerkennen. :Die , herrschende Sccte ist bemüht, das Religionsgebäude durch Verordnungen zu befestigen.-- -- — Uebcrdieß wird der wüthendste Rcpubli-. kanismus von Sikariern proklamirt, und zahllose. Dqnditcnschaarcn predigen über gesellschaftliche Der-׳ "Haltnisse 2 k Rousseau in den Wüsten Judäas. In dem republikanisirtcn Jerusalem werfen Zeloten sich zu Häuptern aus, und herrschen daselbst mit einer Raub- und Mordlust, die nur in der neuesten Geschichte noch ein Beispiel findet. In dieser furchtbaren Gährung aller Meinungen und Leidenschaften steigen Hartnäckigkeit und Lebensverachtung aufs höchste; und es beginnen nun jene Kriege der Juden mit den Römern/ die ein großer Geschichtschreiber Frankreichs mit Recht die m erkwürdigstrn in der Geschichte nennt. — In dieser aber-