Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Aus Frankreich [Nachricht]
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 63 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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63 Da auch die, unterm igten März izvZ in einigen Departements gegen die Israeliten, aus Anlaß des ihnen Schuld gegebenen Wuchers verfügten Ausnahmsgesetze nunmehr ihre Gültigkeit verloren haben, so hat das Israelitische General- Konsistorium zu Paris in einem Hirtenbriefe seine Glaubensgenossen ermahnt, künftig ihre Schuldner mit Milde zu behandeln, Alles zu vermeiden, was die alten Vorurtheile wieder erwecken könnte, sich immer mehr mit Ackerbau und Handwerken zu beschäftigen u. s w. Wien» Bor Kurzem starb hier auf ihrem Som-- merhause die Gattin des hiesigen Bankiers Freiherrn von Arnstein, geborne Ztzig aus Berlin; eine selbst in dieser Hauptstadt merkwürdige Frau, besonders unter den jüdischen Glaubensgenossen, zu welchen sie gehörte» Ihr Haus, welches, sich durch Gastfreiheit, Bildung und Eleganz auszeichnete, war der Sammelplatz der schönen, auch zum Kheil der gelehrten Welt, und sie. war dabei eine große Wvhlthäterin der Armen, an; welche sie jährlich gegen 20 ,000 Gulden vertheilte. Ihr Testament ist ebenfalls ein. Beweis ihrer Wohlthätigkeit, indem sie alle milde Stiftungen der Hauptstadt darin bedachte, ohne unter den Religionsgenossen einen Unterschied zu machen. So wurde das Kloster der Elisabethiner - Nonnen, der Barmherzigen, das allgemeine Krankenhaus, das Militairspital u. s. w.mit größer», andere kleinere Institute mit geringem Summen angesetzt, von welchen jedoch die geringste nicht unter gooo Gulden. Merkwürdig war auch ihr prächtiges Leichenbegängniß, wobei über 250 Wagen