Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über die Moden
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 7)
- Language
- German
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Z2 ,.weiblicher Schönheit besungen WUrdeN? Und doch ist das Khätsache. Es erhellt aus Anakreon (der seinMädchen wegen dieses Vorzugs besang) aus Theokrit, Petron und andern Alten» Dvid bezeugt, daß zu seiner Zeit die römischen Damen den Zwischenraum zwischen den Augenbraunen bemalt hatten , damit man sie für zUsamweNgewachsen halten möchte! So viel Geschmack fanden damals die Männer an diesem Umstand» Ich sagte eben, die ärgste Tyrannei der Mode sei diejenige, die sie im Gebiet der Natur ausübe» Aber ich irre mich» Ihre Gerichtsbarkeit geht noch weiter» Sie erstreckt sich sogar über das Reich der Gnade» Nichts leidet von der Mode häufigere und größere Weränderungen, als die Erbauung» Es giebt Predigten nach der Mode, Erbauungsbücher nach der Mode, Andachtsübungen nach der Mode. Wahrhaftig die Mode ist die ansteckendste aller Krankheiten, weil sie sich an alles anhangt. Alles will die Dame erneuern und rcformirem Die Andachtsbücher müssen neu sein» Die alten Meis sterstücke der vormaligen .Theologen, werden wie alte Möbeln verworfen. In den geistlichen Uebungen werden jeden Tag Neuerungen gemacht. ,,Nirgends" — wird man sagen -- ״ist WankelmuLH so auffallend un- ״gereimt und inkonsequent als hier. Alle, unserer Un- ״terhaltung, unserm Vergnügen untergeordnete Gegen- ״stände, können keiner andern Regel folgen , als ■ der ״Regellosigkeit unserer Launen, von welcher, die Flatter- ״Hastigkeit unsers Geschmacks abhängt. Sendern sich .״unsere Wünsche, so müssen sich jene Gegenstände ändern»