Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Nachrichten, Künstler und Handwerker jüdischer Religion betreffend [Nachricht]
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 394 (sequence 2)
- Language
- German
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394 bei Erziehung seiner Kinder vorzüglich auf Religionsunterricht bedacht zu sein,, so kann doch hiermit dessen Wicht keinesweges als beendigt angesehen werden; vielmehr muß derselbe alles, was in.seinen Kräften stehet, anwenden, daß sein Kind eine Kunst, Wissenschaft oder ein Handwerk erlerne, wodurch dasselbe einst sich und seinen Mitmenschen nützlich werden kann. So lehrten auch die Talmudisten: Der Baker ist verpflichtet dem Sohne ein Handwerk zu lehren, •'האב^חייב X- "במו, ללמדו אומנות/ (קידושין דף כ״ט" ע״ב Rabbi Iehuda erkannte den, der solches zu thun unterlaßt, sogar für einen Staatsverbrecher, indem er sagte: Wer seinem Sohne nicht ein Handwerk lehrt, gleicht dem, der solchen zum Straßenräuber erziehet כל מי שאינו מלמד את בנו אומנות כאילו מלמדו ליסטות (שם.) Won. den hiesigen Israelitischen Vätern sind diese iveisen Lehren unbeachtet geblieben, auf ihnen lastet die Schuld, daß ihre Heranwachsenden Söhne einst ihre Lebensbedürfnisse vermittelst einer Kunst oder eines Handwerks zu erwerden nicht hoffen können, sondern einen müßigen, unnützen, von allen Standen verachteten Lebenswandel zu führen verurtheilt sind. Die Söhne unbemittelter Israeliten besonders werden hier, ungeachtet der besten Anlagen und Lernbegierde , schon in der Kindheit zum Trödelhandel verdammt, wodurch sie für immer drückender Dürftigkeit bloß gestellt und der Geringschätzung aller gebildeten, oft auch den Mißhandlungen ungesitteter Menschen preisgegeben werden. Bisher konnte zwar dieses schädliche, das Gefühl jedes rechtlichen Menschen empörende Wer-