Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Simon Bondi
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 34 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2304627-2304637-2304638-2307633--04666-2307923- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
י 34 fett seines Herzens nicht minder ausgezeichnete Edle derschied im Wechsel der Nacht vom 19. zum 20. Deeember des verflossenen Jahres. Ein gichtisch-nervöses Uebel, ' Las ihm seit längerer Zeit viele schmerzvollen Lage beweitete, hatte seine Körperkräfte allmählig aufgezehrt, und unterbrach sein der höheren Beschauung und gemeinnütziger Wirksamkeit - ununterbrochen geweihetes Leben, im zwei und vierzigsten. Jahre seines Daseins. Vielstimmig ertönte der Klageruf am Grabe.des Verblichenen, und selten sprach sich die Lheilnahme so allgemein und mit Ähnlicher Wärme aus, als bei diesem Lrauexfall. Hatte der Verstorbene sich durch strenge Rechtlichkeit, zartes Pflichtgefühl und Reichthum an Geistesgaben große Achtung erworben, so mußte sein gemeinnütziges, nie von Selbstsucht beengtes Streben, seine Bereitwilligkeit, das Gute zu fördern und Andern beizustehen, zu rathen und zu helfen/ ihm die Herzen gewinnen und bei Bielen sein Andenken dankbar befestigen. . . Simon Bondi kam am 16. Mai 1774 zur Welt, und war der Söhn! von Wolf Simon Bondi und Esther Wondi, geb. Lueca. Der musterhafte Wandel derselben gab ihm das beredtste Vorbild zum ׳ Guten und wirkte auf die Richtung seiner Handlungsweise im Leben erfolgreicher, als es die entkörperte Lehre vermag. Bei einem lebhaften, muntern Wesen Hatte er als Knabe frühzeitig versprechende Anlagen des Verstandes entfaltet,' und -der damals unter den Juden herrschenden Ansicht gemäß, welche die vertraute Kenntniß des Talmuds als das höchste Ziel geistiger Ausbildung, und gleichsam als eine Gymnastik betrachteteum den Geist zu allen Denkverrichtungen zu