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Sulamith · 1812-01-01 · Heft 2 · p. Seite 340

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
4 (1812)
Issue
Heft 2
Article
Predigt
Date
1812-01-01
Page
Seite 340 (sequence 10)
Language
German
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340 Tyrann b<S Kindes Herz zu wenden, und reichen Lohn ver« spricht er ihm, wenn er das Knie dem Dildcr. Gotte neigt: aber lächelnd giebt der Knabe solche Antwort: ״Großen Herren nicht vertrau(* ,׳ ״Nicht auf Mrnschenhülfr bau!׳ ״Bist du heute König schon, ״ Bleibst du doch ein Erdensohn; — ״Heute glanzt dein Purpur roth, ״ Morgen bist du bleich und tobt, ״Heute reich und morgen baar: ״Gott regieret immerdar!"') Und der König ruft des Kindes Mutter, und ermahnt sie, den Sohn zu überreden, auf daß er am Leben erhal» len werde; aber die Mutter ermahnt ihr letztes, ihr einzi« ges Kind, standhaft zu halten an Gott, und weiset es hin zu seinen Brüdern, die des ewigen Lebens sich freuen bei ihrem Vater im Himmel; da wird auch das letzte Kind als Opfer hingeschlachtet und die Mutter folgt den Söh» nen in das ewige Leben. — Wo solche Beispiele von Glau» den und Gottesfurcht noch gefunden werden, da kan» der Herr nicht auf ewig zürnen; wo jung und alt, Greis und Kind, Mann und Weib dem Tod so kühn die Stirne die« len und freudig ihn empfangen um Gotteswillen, da sind auch andere Tugenden anzutrcffen noch, und des Frevels Uebermuth muß scheitern an dem festen Sinn des Rechtes: wo endlich so viele und heilige Sühnopfer dem Herrn ge» blutet haben, wo Noth und Angst als wohlverdiente Strafe *) Psalm. 146. 3. *״) a Buch Mos«, 15. 18-

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