Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Geschichte der Israeliten in Wien und im Lande unter der Ens vom Jahre 1156 an bis in den gegenwärtigen Zeiten
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 236 (sequence 20)
- Language
- German
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6ן2 1669 «rfcfiien daher das Unheil: die Juden sollten sich binnen kurzer Zeitfrist in ihren Forderungen mit den Christen susglcichen, und Wien sowohl als ganz Oesterreich meiden. (!) Da der erstere Umstand sehr langsam vor sich ging, so ward ihnen zwar die Auswanderung bis zum 14. Februar des Jahres 1670 bis zum Frohnleichnamstag verlängert, welche Frist aber dadurch verkürzet wurde, baß der Ma« -istrat ihre Forderungen von 100000 Gulden, und die jähr» licht von ihnen bezahlte Toleranzgebühr von 10000 Gulden gegen die Ueberantwortung ihrer zurückgelassenen Hauser sammt der Versicherung übernommen hatte: künftig keinem einzigen Juden mehr innerhalb des Burgfriedens der Stadt «inen Aufenthalt zu gestatten. Von dieser allgemeinen Verbannung der Juden auS Wien, war allein der Judenrichter und Hoffaktor, Wolf Schlesinger ausgenommen. Er war seiner Rechtschaffen, heit und Sittlichkeit wegen allgemein geschätzt und beliebt, und durfte also seine Geschäfte für den Hof und den Staat wie vorher ungestört fortsetzen. Cr soll durch seinen Kre» dit und stnendes Löwel Sinzheim dem Staate bedeu. tende Anleihen verschafft, vieles zur Aufnahme der orten, talischen Handels. Kompagnie, des Oueckfllberverschlcißes, zur Vervollkommnung der Wollenzeugfabrik in Linz, zut Gründung des Armenhauses in Wien u. f. w. beigetragen haben, in welcher Rücksicht auch seinen Nachkommen die Duldung von Zeit zu Zeit verlängert wurden.*) Nach diesem Vorgänge zogen die Juden von einem Lande in das andere. Drei Jahre hindurch hielten sie um *) Aus kmigen Familienschriften.