Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Geschichte der Israeliten in Wien und im Lande unter der Ens vom Jahre 1156 an bis in den gegenwärtigen Zeiten
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 229 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2304627-2304640-2304642-2307014--04351-2307375- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
22y Umstande modeln wollten. Hierzu kam noch ihre damalige Abneigung gegen die Christen, welche letztere eben so sehr als die Juden selbst, in eine sträfliche Unbulvsamkeit aus? arteten, und ebenfalls halsstarrige Vertheidiger der emge» schlicheuen Mißbräuche ihres Glaubens waren. — Die Kaiser und die Herzoge ergriffen;war alle Mittel, die Juden zu bilden, und den Haß der Chrilen gegen sie zu unterdrücken. Allein nichts vermochte mehr den beider« scitigen Erbitterungen Schranken zu setzen. Die Christen glaubten nur durch Menschenliebe und das Gebot des Kai« sers unter sich gebunden zu sein; die Juden hingegen sträubten sich den Herzogen Albrecht IV. und Leopold IV. nicht nur die außerordentlichen, sondern sogar die ordent« lichen Steuern zu entrichten, sie betrugen 10000 Wiener« Pfennige (heut zu Tage 2500 Gulden.) Sie erhöheten die Zinsen; verlängerten die Frist des Versatzes und der Pfänder, und vermehrten dadurch den Haß ihrer vielen Feinde. Sie dürften daher wohl einigermaßen selbst Ur« suche gewesen sein, daß im Jahre 1420 eine Verfolgung über sie ausgebrochen war. Gern wollte man auch hier den Anlaß dieser Verfolgung, wie bei jener im Jahre!;05, auf Nebenumstände walzen, wenn nicht die Urkunden von Et. Gregvriustage und jene nach Et. Tyburtustage vom Jahre 1421 entgegenstandcn. *) Nach diesen Urkunden *) Beide Urkunden befinden sich in dem Archiv der Stadt und in der Bidlickh. Manuscrip. lacobi Moser dt F< lsc ck. (Urkunden dieser Art! — Wer weiß eö nicht, dns, Judenfeinde sie damals anferrigten? O ihr Unglück« lichen Israeliten, wir schreckli'ch יג« euerLoos!)