Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Geschichte der Israeliten in Wien und im Lande unter der Ens vom Jahre 1156 an bis in den gegenwärtigen Zeiten
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 227 (sequence 11)
- Language
- German
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2»7 Augustinern in dem obern Wird (heut zu Tag« der Grgend gegen die Roßau) erbauet und eingeweiht hatte. Die. ftr Vorfall wird dadurch noch mehr zweifelhaft, daß die Herzoge Otto und Albrecht, welche zum Andenken deS« selben in Korneuburg einen Frohnleichnams. Altar erbauet und gestiftet haben sollen, in ihrem Stiftnngsbriefe, XIll. Kalend. Dezember 1338 nichts hiervon melden, sondern lediglich sagen: daß sie den Augustinern zu Baden einen vorhin den Juden gehörigen Platz zu einem Kloster und Gotteshause geschenkt hätten. *) Uebrigens änderte dirß Ereigniß in dem Schiksale der Juden nicht das geringste. Di« Herzoge Otto und Albrecht nannten sie noch immer ihre Juden und setzten im Jahre 1333 ihre Zinsen von 8 Pfennigen wöchentlich aufzPfen nige vom Gulden, herab. Kaiser Ludwig, drr Baier, erklärte neuerdings im Jahre 1343, daß sie ihm, folglich auch den Herzogen, mit Leib und Gut angehörten, und er mit ihnen nach ihrer Willkür schalten und walten könnte. (!) Herzog Rudolph IV. hob im Jahre 1360 alle Borgrechtebriefe von übermäßigen Zinsen auf bürgerliche Häuser auf. Herzog Albrecht Ul. erklärte Sonntags Okuli in der Fasten im Jahre 1368, daß die Juden der Kammer mit Leib und Gut verfallen sein fernen, wenn sie mit Wechsel und Unterkauf von Silber, Gold, und Münzen betreten würden, und am Erchrag vor St. Georgen im Jahre 1371 verbot dieser Herzog und bess.n Bruder Herzog Leopold III. *) Zu was Beweise? Waren solche elende Beschuldigungen nicht stets vom Fanatismus der Judenfeinde erzeugt? D. H.