Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Gallerie schädlicher Mißbräuche
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 159 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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*59 meinde; nicht aber, von jenen Verordnungen, die vernünftig sind, abzugrhen. Die Rabbinen unserer Zeitgenosscn sollten sie dazu anhalten, und die Sacht befördern Ich weiß zwar auch, daß Sie mir nicht folgen wer« den: denn die Macht der Gewohnheit ist stark, ja, vielleicht werde ich Ihnen gar als ein Jrrlehrer durch meinen Vorschlag erscheinen. Immerhin! Habe ich doch mein Gewissen von der Schuld befreiet. Ich bin u. s. w. Berlin, Moses Mendelssohn. *) im Mai 1772• ־׳) Zur Ehre der Berliner Judenschaft verdient «S angemerkt zu werden, daß sie bei dem Tode des Weltwei« sen selbst, der obenstehenden Brief schrieb, in so weit von der Gewohnheit abging, daß derselbe erst »4 Stunden nach seinem Ableben beerdigt ward. — Be« kann.'lich hat R a m l«r in seiner rührenden Kantate auf Mendelssohns Tod auch diesen Umstand benutzt. ״ Begrabt ihn spät, damit er noch erwache!" So rief man durch die Stabt. S. Berlinische Monatsschrift IuniuS r?86, S. 484. — Die Freunde des Seligen drangen nämlich darauf, daß er wenigstens so lange »»beerdigt bleiben müsse, zumal da er plötzlich und an einem Schlagfiuß gestorben. Auch bewilligte es der dasige Oberrabbiner sogleich ohne Widerrede, als Herr Friedländer ihn darum ansprach.