Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zwei Anreden an die Schüler der Bürgerschule der israelitischen Gemeinden zu Frankfurt a. M., in den bestimmten Andachtstunden
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 124 (sequence 12)
- Language
- German
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124 Zum Könige von Sodom, der dem bescheidenen Sie« ger baburd) feint Dankbarkeit bezeigen wollte, daß er ihm die ganze beträchtliche Beute zur Belohnung anbot, sprach Abraham: (dem es bloß darum zu thun war, allcnkhalbcn Tugend und Gottesfurcht zu lehren und zu verbreiten) ,,Ich hebe meine Hand auf zum Ewigen, zum höchsten Gotte, der Himmel und Erde hervorzebrachr hak, daß ich weder Faden noch Schuhband, daß ich von allem diesen nicht das Mindeste annehme. Du sollst nicht sagen» ich habe den Abraham reich gemacht. — So l. K. zeigte Abraham seine edle, uneigennützige Denkungsart, s in kindliches Vertrauen auf Gott. Ueberhaupt zeigen sich achter Biedersinn, die wärmste Menschenliebe, ungeschminkte Tugend und Gottesfurcht als die Hauptzüge seines Charakters, der sich immer gleich blieb. Jede seiner Handlungen und Sprüche, die uns die Geschichte von ihm auf« bewahrt, bietet schon hinlänglichen Stoff zu einer ganzen Rede und zur Folgerung mehrerer wichtigen Lehren dar, m>t vollem Rechte also fordert uns der Prophet Jesaias in obigem Spruche dazu auf, daß wir, um uns mit Beharrlichkeit auf dem Wege der Tugend zu erhalten, das Muster aller Tugenden, das Leben unseres Erzvaters Abra- Ham stets vor Augen haben sollen. ״ O ihr Tugrndfreunde! ruft der heilige Prophet — ״ Blicket auf jenen Fels, ״ aus dem ihr gehauen, schauet nach dem Dorn, aus ״dem ihr gegraben seid! blicket auf Abraham, euer« ״Ahnherrn, auf Sarah hin, eure Zeugerin." Doch l. K.» um nur in eurer Sphäre zu bleiben, will ich dießmal nur — e i n Wort von Abraham anführen, das m׳r besonders dazu geeignet zu sein scheint, auf euch anwendbar, von euch beherziget und wohl benutzt zu werden.