Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Ruinen Babylons
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 101 (sequence 12)
- Language
- German
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101 Kelus. Viele Straßen, deren 676 waren, und die zum Euphrat führten, waren des Nachts mit ehernen Thüren verschlossen, und bei Tage vertraten viele Böte die Stelle der Drücken. Das neue Schloß hatte 2/5 deutsche Meilen im Umfange, und war durch eine dreifache Mauer sehr befestigt. Vorzüglich merkwürdig in diesem Schlosse wa« ren die berühmten sogenannten schwebenden, 400 Fnß langen Garten, die auf gewölbten Schwibbögen ruhten, und von Säulen getragen wurden. Sie bildeten verschiedene Terrassn, auf denen sich allerlei Baume, Pflanzen und Blumen befanden. Auf der obersten Terrasse war eine Wasserlettung, wodurch das Wasser aus dem Euphrat herausgepumpt und durch den Garten geleitet wurde- (Ctrabo S.?38-) Der Tempel des Belus lag auf der östlichen Seite des Euphrat. Er wird (von Herodot l. 43; Berosus bei Jos. Alterthümer, 60, 11; Strabo D. 16, u. a. m.) als sehr prächtig beschrieben. Er bestand aus einem run« den thurmähnlichen Gebäude, dessen viereckiger Basis 4 Stadien — Klafter im Umkreis hatte. Von außen ange« brachte Treppen, die in der Runde herumgingen, führten bis an dessen Spitze hinauf, und weil diese Treppen bis zum Gipfel in acht Mal abwechselnden schieflaufenden Li« nien grbauet waren, so hatte das Gebäude das Ansehen von acht über einander gebauten Thürmen oder Stockwer« ken, von welchen jedes höhere Stockwerk einen kleineren Durchmesser hielt Jeder dieser Absätze war 75 Fuß, und also das Ganze 600 Fuß hoch. Das oberste Stockwerk war das allerheiligste, wr die Gottheit unter dem Symbol der Sonne nur von wenigen hiezu geweihten Personen