Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Italien [Nachricht]
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 85 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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״ Der Geist der Inquisition fängt an Früchte zu tra» gen. Die Kinder Israels hatten die dunkeln und schmutzigen Straßen, die sie ehemals in Rom bewohnten, ver« lassen. Eie hatten die Toleranz im Gottesdienste benutzt, um sich in den schönsten Theilen der Hauptstadt nieder;»- lass«. Sie kauften und bauten Hauser, richteten sich schön und selbst prachtvoll ein, und man würde Mühe gehabt haben, sie von den vornehmsten Bewohnern Romzu unterscheiden. Sie gewöhnten sich nach und nach an den Sitten der Christen." ״Darf man der Aarauer Zeitung glauben, so ist das Gebäude ihrer Hoffnungen im Entstehen zertrümmert. Die Elegants von Rom beneideten die Kinder Israels um ihren Geschmack, ihren Anzug, und ihre Liebe zum Anstand. Die ältesten Köpfe des Kapitols, die sich für die besten der Welt halten, behaupten, daß der Jude im Schlamme bleiben müsse, daß es ein Aergerniß sei, ein Kind Jakobs seine dumpfige Hütte mit einem gesunden Ästigen Hause, und seine Halbstieftl mit einem moder- «zen Schuh vertauschen zu sehen. Man hat die alten Ver« ordnungen wieder hervorgesucht, und die römische Regie« rung hat ihnen befohlen, in ihre alten, schmutzigen Wohnungen zurückjilkehrcn." ״Wir wissen nicht, ob unsere Schwester, die Augsburger (Aarauer) Zeitung wohl unterrichtet ist; aber man versichert, daß diese Inden sehr vielen Kummer empfan« den, als sie diese neue Verordnung erfuhren, daß sie ihre schönen Häuser und eleganten Meubles bejammern, unk» daß mehrere unter ihnen lieber Rom verlassen, und ihre!