Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über den Zustand der Juden in den Ländern der Barbarei
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 269 (sequence 15)
- Language
- German
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269 sondern auch jeder maurische Große hat einen Juden;nm Intendanten seiner Güter, deren Verwaltung er ihm ganz überlaßt. Uebriaens haben die Juden zu Fe; auch die Direktion der Münze, und sie lassen die Silber .undGold« stücke daselbst durch jüdische Goldschmiede, deren es hier, so wie in allen Städten der ^arbarei, in einer äußerer« dentlichen Menge giebt, fabriziren. Die gesammten jüdi» schen Goldschmiede zu Fez haben von der Regierung einen Konsul vorgesetzt, der die Angelegenheiten ihrer Zunft regulirt, und besitzen einen besondern großen Platz in Alt« fe;, wo sie gleichfalls Boutiquen haben * **)> Ueberdieß sind die jüdischen hohen Schulen zu Fez bekannt, in de« nen sehr fleißig — der Talmud betriebe» wird. Die Hauptstadt Maroko, welche unter der Regierung der Almoraviden und Almahaden eine der mächtigsten und blühendesten Städte Afrcka's war, hat in den letzten Jahr« Hunderten viel von ihrem ehemaligen Glanze verloren, und gegenwärtig findet man nur schwache Spuren ihrer vori« gen Große. Ihre Bevölkerung betragt jetzt kaum 25002 Einwohner. Die jüdischen Bewohner halten von jeher ihr Quartier daselbst in der Mitte der Stadt» bis ihnen im sechzehnten Jahrhundert der Scherif Mulci.Abd-alla,um sie vor den häufigen Mißhandlungen des höchst iutolcran« ten maurischen Pöbels gewissermaßen zu sichern» einen von Ringmauern umgebenen Mvhnplal; am äußersten Ende der Stadt anwies ’*). Ihre Zahl beträgt gegen« wärtig ungefähr 11222, und auch hier sind sie meistens Goldschmiede. *) Mavniol. 1. 1. ( . 'J.'A **) ibid. 1. 3. c. 10.